101 Jahre alt ist der internationale Frauentag in diesem Jahr - und der Kampf um die Gleichstellung ist noch lange nicht beendet!
101 Jahre alt ist der internationale Frauentag in diesem Jahr - und der Kampf um die Gleichstellung ist noch lange nicht beendet!
Seit 100 Jahren singen die Frauen am internationalen Frauentag das Lied "Brot und Rosen" - es entstand anlässlich des Textilarbeiterinnenstreiks in den USA. Frauen kämpften gegen Hungerlöhne und Kinderarbeit. Das "Brot" stand für gerechten Lohn und ein Leben ohne Hunger und Armut und die "Rosen" stehen für die Schönheiten des Lebens.
100 Jahre später wurde einiges erreicht - Frauen dürfen wählen und gewählt werden. Und die Gleichberechtigung ist per Gesetz geregelt. Dennoch gibt es auch heute noch viel zu tun auf dem Weg in eine gleichberechtigte Gesellschaft! Noch immer verdienen Frauen 23% weniger als ihre männlichen Kollegen und das Armutsrisiko von Alleinerziehenden und Renterinnen ist deutlich höher. Und noch immer sind viele Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft von Männern besetzt.
Gerade in der Kommunalpolitik wäre es so wichtig, dass sich Frauen engagieren und ihre Ideen einbringen. Doch ein Blick in die Kommunalparlamente zeigt, dass Frauen hier noch immer unterrepräsentiert sind: In den niederbayerischen Kreistagen finden sich durchschnittlich nur 16,9% der Frauen im Kreistag wieder. Im Landkreis Landshut sind von 60 Kreisräten nur 11 Frauen, was einem Anteil von 13,3% entspricht. In den 35 Landkreisgemeinden gibt es Gemeinderäte mit nur einer Frau oder ganz und gar männerdominierte Gremien.
Seit ich 1990 begonnen habe, mich kommunapolitisch zu engagieren, begegnet mir immer wieder dasselbe Phänomen: Frauen, die einen Bauernhof managen, mehrere Kinder zur Welt gebracht haben, eine Berufsausbildung abgeschlossen haben oder viele andere Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen, antworten auf die Frage, ob sie sich politisch engagieren wollen, meistens mit: "Da kenne ich mich nicht aus". Meine Antwort darauf ist stets dieselbe: "Dann dürfte man nie den Job wechseln, heiraten, Haus bauen oder Kinder kriegen, denn das alles hat man vorher noch nie gemacht". Und: "Alles lässt sich lernen!" Es gibt übrigens hervorragende Fortbildungsangebote!
Liebe Frauen, traut Euch, politisch aktiv zu werden. Mischt Euch ein in die Kommunalpolitik vor Ort. Überlasst es nicht nur den Männern, zu entscheiden, ob die Öffnungszeiten im Kindergarten verlängert werden oder ob eine Ganztagsschule eingeführt wird. Lasst nicht mehr zu, dass in Gemeinderatssitzungen die Frage gestellt wird, wenn es um die Betreuung von unter Dreijährigen geht: "Und was machen dann die Mütter in der Zwischenzeit?"
Bringt Euch ein, wenn es um die Zukunft Eurer Kommune geht. Die Parlamente müssen weiblicher werden, um den Querschnitt der Bevölkerung wiederzugeben. Und um eine andere Qualität der Diskussionen und Entscheidungen zu erreichen.
Es geht um unsere Zukunft, die wir selbst gestalten können!
Homepage Ruth Müller