Das bunte Miteinander machts
Spitzenkandidat Hans Sarcher erläuterte bei Wahlabschluss die Ziele der Sozialdemokraten
Vilsbiburg. Der SPD-Ortsverband beendete am vergangenen Dienstag den Kommunalwahlkampf. Eine Hand voll Genossen, unter ihnen einige Stadtratskandidaten, fanden sich dazu im G´sellnhaus ein. Mit Applaus wurde auch die Landtagsabgeordnete der SPD, Ruth Müller, willkommen geheißen. Zweiter Bürgermeister Hans Sarcher, zugleich SPD-Spitzenkandidat, ging auf die vergangenen sechs Jahre Stadtratsarbeit der SPD ein. Dabei seien eine Reihe von Punkten aus der Ideenliste zur Wahl 2008 realisiert worden, sagte Sarcher, „aber es gibt keine roten Straßen, grünen Parkplätze oder schwarze Kindergärten“. Eine erfolgreiche Kommunalpolitik, wie in Vilsbiburg praktiziert, zeichne sich dadurch aus, dass die Fraktionen miteinander reden und Mehrheiten für die besten Ideen suchen. Die kommende Wahlperiode solle so fortgeführt werden.
Als wichtigste Ziele nannte Sarcher den Bestand einer flächendeckenden medizinischen Versorgungund damit den vollen Erhalt des Krankenhauses. Dieses sei wegen der Standespolitik der Kassenärztlichen Vereinigung, die das Zentrum Landshut bevorzugt, gefährdet. Sarcher erläuterte die Details dazu, und betonte die Ambitionen der Sozialdemokraten, der drohenden Entwicklung entgegenzutreten. Kreistagskandidat Manfred Billinger sagte: „Nach der Bankrotterklärung von Josef Eppeneder und ErwinHuber müssen wir das machen.“ Gleichzeitig betonte Sarcher aber auch, dass man die Anstrengungendes Landkreises für seine Krankenhäuser sehr wohl zu schätzen wisse.
Inklusion als wichtige Aufgabe
Ein weiteres Thema, das sich die SPD auf die Fahnen geschrieben hat, ist der Ausbau der Bildungsinfrastruktur der Stadt. Grundsätzlich sei das Mittelzentrum Vilsbiburg gut ausgestattet – Sarcher nannte Gymnasium, Realschule und Mittelschule, eine umfängliche Betreuung der kleinen Kinder sowie ein starkes Freizeitangebot. Nach dem Willen der SPD soll sich der künftige Stadtrat auch darum bemühen, eine mögliche Erweiterung der Förderschule Bonbruck nach Vilsbiburg zu holen.
In diesem Zusammenhang mahnte die ehemalige SPD-Stadträtin Irene Janner an, das Thema Inklusion in den Bildungseinrichtungen stärker in den Fokus zu rücken. Der Zweite Bürgermeister ging im Weiteren auf den vorbildlichen Ausbau der regenerativen Energien in der Stadt ein. Er betonte den Vorbildcharakter der Klimakommune, der in lobenswerter Weise von den Stadtwerken und dem Klimaschutzmanager weiter vorangetrieben wird. Für ein lebenswertes Vilsbiburg strebt die SPD außerdem an, „die einzelnen Grünzonen der Stadt zu vernetzen“, sagte Hans Sarcher. Eine Regionalgartenschau könnte hier nach Meinung der SPD große Anreize schaffen.
Dass Vilsbiburg bereits jetzt weitgehend lebenswert ist, soll möglichst vielen auswärtigen jungen Familien und Menschen stärker vor Augen geführt werden, meinte Hans Sarcher. Damit Menschen, im Besonderen die jungen, auch in Vilsbiburg leben wollen, muss bezahlbarer Wohnraum erhalten und geschaffen werden.
Die Sozialdemokraten wollen auf diese Weise dazu beitragen, die erfolgreichen Firmen am Standort mit genügend Nachwuchskräften zu versorgen. Letztlich seien es wieder die starken Unternehmen, die der Stadt Gewerbesteuer und damit Handlungsfähigkeit bescheren. Damit sich diese weiterentwickeln können, muss die Stadt weiter Gewerbegrund schaffen. Sarcher betonte, dass auch im Stadtzentrum „jeder Handelstreibende willkommen“ sei, um ein attraktives Zentrum zu schaffen.
Für eine lebenswerte Stadt forderte er, genügend Raum für Sport zu bieten. Auch das „wenig gebündelte“ Thema Kultur bedarf einer Überarbeitung, wozu nach Ansicht der SPD unter anderem das lange geplante Kulturzentrum nötig sei. Sarcher sprach sich auch für ein zukunftsorientiertes Straßen- und Radwegnetz aus. Während es bei den neuen Plänen zur B 15 neu bei Zeiten „noch zu reden gilt“, solle stärker auf den Ausbau der Radwege geachtet werden.
Mehr Bürgerbeteiligung
Nach dem Willen der SPD-Stadträte soll mehr Bürgerbeteiligung gewagt werden. Wie wichtig diese sei, habe sich nicht zuletzt an der Entscheidung zur Kirchplatzumgestaltung gezeigt. Irene Janner gab den künftigen Mandatsträgern weitere Vorschläge mit auf den Weg. Dass die SPD Bürgerbeteiligung kann, bewies Kreistagskandidat Manfred Billinger, der weitere gelungene Beispiele nannte, die von den Sozialdemokraten initiiert wurden. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, in diesem Zusammenhang Seitenhiebe an den CSU-Bürgermeisterkandidaten Hermann Vogelgsang zu verteilen.
Hans Sarcher stellte die Kandidaten aus der Region für den Kreistag vor. Die Anwesenden ergriffen auch noch einmal selbst das Wort. Auch die Landtagsabgeordnete Ruth Müller sprach zu den kommunalen Wahlkämpfern. Besonderen Wert maß sie der Wähleraktivierung zu. Den Wert einer bunten Mischung in den kommunalen Entscheidungsgremien verdeutlichte sie anhand ihrer Landtagserfahrungen mit einer erdrückenden „Machtfülle“ der CSU. Ortsvorsitzende Theresa Bergwinkl hielt sich beim Wahlkampfabschluss der SPD kurz, denn sie selbst und andere Parteigenossen waren bereits auf dem Sprung – die Einweisung für die Wahlhelfer stand im Anschluss auf dem Programm.
Text/ Bild: Dominik Altmann, Vilsbiburger Zeitung vom 13. März