Milchbauern sehen sich durch Preisverfall in ihrer Existenz bedroht
Vilsbiburg. Anlässlich des Tages der Milch entzündete der BDM-Kreisverband Landshut neben der Bundesstraße 299 bei Vilsbiburg ein Mahnfeuer. Bei dieser deutschlandweiten Aktion soll auf den dramatischen Fall der Milcherzeugerpreise und die brennenden Probleme der Milcherzeuger aufmerksam gemacht werden.
BDM-Kreisvorsitzender Rudi Mirlach führte den Anwesenden vor Augen, dass sich der Milchpreis seit Januar 2014 in freiem Fall befinde und derzeit eine Unterdeckung der Produktionskosten von 32 Prozent vorliege. „Die Preissenkungen der Milchprodukte in den Supermarktketten bezahlen die Landwirte mit ihrem Arbeitseinkommen. Die Folge daraus muss jedem bewusst sein – in zehn Jahren wird es nur noch die Hälfte der Milchviehbetriebe im Landkreis geben. Wir befinden uns wieder in einer Milchmarktkrise“, so Mirlach, „und darum hat der BDM ein eigenes Managementkonzept für Marktkrisen entwickelt, für dessen Umsetzung die Mitglieder des BDM kämpfen.“
Die Milchbauern fordern, dass nicht länger die Interessen der Großkonzerne im Mittelpunkt des politischen Handelns stehen, sondern die Interessen der Milchbauern. Die Bauern sollen und wollen die Interessen der Bürger an einer intakten Umwelt und an mehr Tierwohl erfüllen. An die Molkereien gewandt fordert der BDM, dass diese ihr Marktrisiko schlechter Preisabschlüsse nicht auf die Milchbauern abwälzen. „Die Milchbauern können diese Preisabschlüsse schließlich auch nicht beeinflussen.“ Von der Politik, insbesondere auch von den anwesenden Politikern MdL Ruth Müller und MdB Florian Oßner fordert der BDM, dass Sofortmaßnahmen zu treffen. Die Milchanlieferung soll zeitlich befristet gedeckelt werden, ein Anreizprogramm für eine zeitlich befristete freiwillige Rücknahme der Milchanlieferung soll installiert werden und das Interventionspreisniveau soll auf über 30 Cent pro Kilogramm deutlich angehoben werden, so seine Forderung.
Ruth Müller stimmte den Landwirten zu, dass sich Arbeit lohnen müsse und dass man auch von der Milchwirtschaft leben können müsse. „Die SPD will nicht, dass die kleinen Betriebe aufgeben müssen und ist folglich auch gegen das Verbot der Anbindehaltung. Arbeit muss Spaß machen“, so Müller, „und das tut sie nur, wenn die Arbeit wertgeschätzt wird und damit der Preis stimmt.“ Bundestagsabgeordneter Florian Oßner erklärte den Landwirten, dass ein Markteingriff durch Gesetz politisch nicht gewollt sei. Seiner Ansicht nach müsse man mehr in Prämien einsteigen und Bestandssicherung betreiben. Als Problem sieht er, dass die Bauernlobby anders ausgerichtet sei und dabei die Milchbauern zu kurz kommen. Darum sei es wichtig, dass die Landwirtschaft mit einer Stimme spreche, so Oßner.
Text: Landshut