SPD-Landwirtschaftsexpertin Ruth Müller gibt Fachleuten Forum im Landwirtschaftsausschuss
SPD-Landwirtschaftsexpertin Ruth Müller gibt Fachleuten Forum im Landwirtschaftsausschuss
Seit vergangenem Jahr gilt Parkinson als Berufskrankheit in der Landwirtschaft. Grund dafür ist der Umgang mit Pestiziden, der den Ausbruch der Krankheit nachweislich begünstigt.
Die SPD-Fraktion im Landtag hat im Ausschuss für Landwirtschaft ein Fachgespräch mit Experten gefordert – um zu klären, was der Freistaat tun kann, um seine Landwirte zu schützen. Die Einschätzung der Sachverständigen ist klar: Es wird deutlich zu wenig motiviert, damit Landwirte sich ausreichend schützen. Die stellvertretende Vorsitzende des Ärztlichen Sachverständigenbeirats für Berufskrankheiten Prof. Dr. Monika A. Rieger stellte etwa dar, dass auf der Homepage bayerischer Landesanstalten indirekt eher von lästigen Pflichten zum Schutz beim Pestizidgebrauch gesprochen wird als dass über deren Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit aufgeklärt wird. Ungünstig sei ihrer Einschätzung nach auch, dass in den illustrierenden Bildern der Webseiten teilweise keine konsequente Umsetzung von Schutzmaßnahmen durch Landwirte gezeigt werde. Die SPD-Landwirtschaftsexpertin Ruth Müller ist fassungslos: „Parkinson ist eine schreckliche und unheilbare Krankheit. Sie steht in Zusammenhang mit dem Gebrauch von Pestiziden. Es ist vollkommen nachlässig, dass hier nicht informiert und motiviert wird, damit die Landwirte sich besser schützen. Stattdessen wird in den Infomaterialien regelrecht mit den Augen gerollt, wenn es um verpflichtende Schutzmaßnahmen geht. Das ist fahrlässig und gefährlich.“
Durchschnittlich 30.000 Euro im Jahr beträgt der finanzielle Aufwand für [PDMR1] einen an Parkinson erkrankten Landwirt durch die neue Bestimmung für die SVLFG, der landwirtschaftlichen Sozialversicherung – Geld, das die Beitragszahler aufbringen müssen. Und Geld, das das Leid, das die Krankheit mit sich bringt, nicht aufwiegen kann. Müller: „Jede durch Schutzmaßnahmen vermiedene Erkrankung von Parkinson ist ein Gewinn für die Familien der betroffenen Landwirte, für die Gesellschaft und auch für die Beitragszahler. Die Staatsregierung hat die Pflicht, über seine landwirtschaftlichen Behörden eine entsprechende Motivation zu vermitteln. Wenn erkrankte Landwirte bitter davon sprechen, dass man in puncto Schutzmaßnahmen rückwirkend jetzt ganz anders handeln würde, wenn man könnte, muss uns das eine Mahnung sein.“
[PDMR1]In den 30.000,- € sind auch Kosten für Behandlung, Rehabilitation und Pflege enthalten – nicht nur die Rente.
Homepage Ruth Müller