
Straßkirchen (ilg) Am Mittwochabend lud die Vorsitzende des KDFB (Katholischer Deutscher Frauenbund) Straßkirchen, Brigitte Tarras erstmalig zu einer Filmvorführung mit anschließender Diskussion in den Pfarrsaal ein. Der Film bescheibt, wie die Frauen in der Schweiz erst 1971 ihr Wahlrecht erkämpfen konnten. In Deutschland blicken wir auf mittlerweile 100 Jahre Frauenwahlrecht zurück, aber immer noch sind die Frauen sowohl in der Politik als auch in Führungspositionen der Wirtschaft unterrepräsentiert. Warum??
Als Gast und Diskussionspartnerin konnte Sie MdL Ruth Müller begrüßen, die landwirtschaftspolitische Sprecherin der SPD Fraktion und ausgewiesene Frauenrechtlicherin. Sie erläuterte den 45 Teilnehmerinnen aller in Straßkirchen vertretenen Parteien, dass am 30. November 1918 die Frauen in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht erhalten haben. "Dieses Recht ist verankert in Art. 109 Abs. 2 der Weimarer Verfassung vom 01.08.1919. Darin heißt es: Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben Rechte und Pflichten. Doch davon sind wir leider noch immer weit entfernt, es gibt auf allen Ebenen und in allen Gremien auch heute noch viel zu wenig Frauen", so Müller.
Die tatsächliche Unterrepräsentierung der Frauen belegte Ruth Müller mit aktuellen Zahlen. "Im Bundestag sind 31.2 % der Abgeordneten Frauen, im Landtag 26,8% und im Gemeinderat von Straßkirchen gerade einmal 8%. Die Anwesenheit von Frauen aller Parteien heute Abend zeigt, dass hier offensichtlich an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet wird: Den Frauenanteil im Gemeinderat zu erhöhen. Dazu wünsche ich Ihnen viel Erfolg, denn das würde sich auf die Arbeit im Gemeinderat nur positiv auswirken". Eine lebhafte Diskussion schloss sich an.