Jugendarbeitslosigkeit und Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt
„Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat im Januar wieder die Marke von 300.000 überschritten“, vermeldet die Bundesagentur für Arbeit (BA) Ende Januar. Den Anstieg von19,0 Prozent gegenüber dem Vormonat erklärt die BA damit, dass in Bayern die Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten stets stärker ansteige, „da hier viele Menschen in witterungsabhängigen Branchen, insbesondere im Baugewerbe, tätig sind“. Niederbayern hat erneut prozentual den höchsten Anstieg an Arbeitslosen zu verzeichnen, da dort viele Menschen im witterungsabhängigen Baugewerbe tätig sind. Die Arbeitsmarktstatistik erfasst zudem die Unterbeschäftigung, mit 90.995 Personen zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen 90.995 Personen, so dass im Ganzen in Bayern knapp 400.000 Menschen ohne sicheren Arbeitsplatz sind – mit allen bekannten Folgen für sich ihre Familien.
Auch die der Vermittlung gemeldeten Stellenangebote sind um 8,4 Prozent weniger als im Vormonat, so Müller. Es sei aber eine gestiegene Arbeitskräftenachfrage im Vergleich zum Vorjahr in fast allen betrachteten Branchen zu verzeichnen, so die BA: „Die höchsten absoluten Zuwächse verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe (plus 23,9 Prozent). Auch der Handel, sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen und die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen meldeten mehr offene Stellen als im Vorjahr.“
Langzeitarbeitslosigkeit steigt
„Die Zahl der langzeitarbeitslosen Personen ist sowohl zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Insgesamt waren im Januar 69.606 Personen länger als 12 Monate arbeitslos gemeldet. Das waren 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr“, so Ruth Müller. Nach Angaben der Diakonie Bayern seien davon 65.000 als arbeitsmarktfern einzustufen - und somit ohne eine wirkliche Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt. Müller: „Für diese Menschen brauchen wir einen Sozialen Arbeitsmarkt: sinnvolle, normale, nicht stigmatisierende Beschäftigungen!"
„Etwa die Hälfte der Langzeitarbeitslosen ist jünger als 50 Jahre. Viele verfügen auch über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Wir müssen weiterhin unseren Blickwinkel auf das Potential dieser Menschen für den Arbeitsmarkt richten“ weiß die BA dazu zu berichten. „Die Staatsregierung und Ministerin Müller müssten jetzt dringend ihren Widerstand gegen einen öffentlich geförderten Arbeitsmarkt aufgeben, so Ruth Müller: "Unter anderem Bayerische Städtetag und Wohlfahrtsverbände befürworten eine solche Maßnahme, die andere Bundesländer längst erfolgreich umgesetzt haben."
Jugendarbeitslosigkeit steigt
„Zudem ist eine steigende Jugendarbeitslosigkeit (+24,3 Prozent) zu beobachten, so die Landshuter Abgeordnete Ruth Müller. Gründe hierfür seien u.a. die steigende Zahl von Schulabbrüchen an weiterführenden Schulen und die steigende Anzahl von Arbeitslosmeldungen von Ausbildungs- und Studienabbrechern. „Das Risiko von Jugendlichen arbeitslos zu werden, ist merklich größer als bei allen Erwerbspersonen. Im Gegensatz zu Langzeitarbeitslosen können sie ihre Arbeitslosigkeit deutlich schneller beenden“, so Müller.