“Viele kommunale Aufgaben, aber zu wenig Geld”
SPD-Ortsverein hielt Rückschau und ehrte langjährige Parteimitglieder
Seinen Jahresrückblick verband der SPD-Ortsverein auch mit der Ehrung von Mitgliedern. So erhielten Martin Lackermeier (50), Josef Sehofer (45), Hans Wagner (30) und Christel Engelhard (25) für ihre langjährige Treue zur Sozialdemokratie besondere Urkunden. Alle diese Geehrten haben sich, so Vorsitzender Hans Seidl, vielseitig für den SPD-Ortsverein und für die gesamte Bürgerschaft engagiert.
Bei dieser SPD-Versammlung am Samstag im Gasthaus Huber in Gstaudach ließ Vorsitzender Hans Seidl nochmals die politische Arbeit vor Ort gezielt Revue passieren. Er erinnerte daran, dass der Ortsverein nicht nur Ansprechpartner für seine Mitglieder, sondern noch mehr für die Bürger gewesen sei. “Wir haben auch deutlich zum noch offenen Aufbau einer geothermalen Fernwärmeversorgung Stellung genommen”.
“Wir haben keine Angst vor Ehrlichkeit und Wahrheit”, gab 3.Bürgermeister Georg Wild zum vorgenannten Thema zu verstehen. Er warnte davor, bei dieser großen Investition nicht genau so wie in der privaten Wirtschaft zu rechnen. “Gegen die Geothermie ist niemand, aber sie muss wirtschaftlich darstellbar sein”, fasste der Kommunalpolitiker die Haltung seiner Fraktionskollegen zusammen.
Die rund drei Millionen Euro teuere Erweiterung des Altdorfer Feuerwehrhauses muss die Marktgemeinde, da nur ein minimaler Staatszuschuss gewährt wird, selbst finanzieren, berichtet Georg Wild. Die bessere Busanbindung von Pfettrach ist nun, da eine Ausweitung der Stadtbuslinie alljährlich ein erhebliches Defizit verursacht hätte, vorerst mit einem “Flexi-Busangebot” gelöst worden.
Die zweite Kinderkrippe am Angerweg wurde inzwischen in Betrieb genommen, erwähnte Georg Wild. Nach seinen Worten hatte sich hier die SPD eine dezentrale Lösung gewünscht, die auch weniger Geld gekostet hätte. Bei der Sanierung und Teilerneuerung der Grundschule ist die Marktgemeinde noch nicht vorwärts gekommen. “Eine solche Maßnahme in einem Stück lässt sich kaum finanzieren”.
Mit der Feststellung, alle vier zur Ehrung vorgesehenen Mitglieder haben sich herausragend engagiert, leitete Hans Seidl auf diesen Programmpunkt über. Assistiert von der Kreisvorsitzenden Ruth Müller, ihres Stellvertreters Josef Kollmannsberger und 3.Bürgermeister Georg Wild wurden geehrt: Martin Lackermeier für 50 Jahre SPD-Mitgliedschaft. Er gehörte von 1960 bis 1978 auch dem Altdorfer Gemeinderat an. Auch Hans Wagner (30 Jahre) hat sich immer für den Ortsverein eingesetzt und als Banker stets eine solide Finanzierung der geplanten Fernwärmeversorgung angemahnt.
Der Einsatz von Josef Sehofer (45 Jahre) war von seiner kommunalpolitischen Arbeit als Gemeinderat, Kreisrat und Bürgermeister ab 1972 bis 2008 geprägt. Bereits vorher und nachher hat dieser oft kommunalpolitische Themen aufgegriffen und sich vehement zu Wort gemeldet, bekräftigte Hans Seidl dessen Verdienste. “Dieser hat für Altdorf viel erreicht”.
Die Landtagsabgeordnete Ruth Müller ließ es sich nicht nehmen, die Laudatio für ihre Vorgängerin im SPD-Kreisverbandsvorsitz zu halten. Sie hat zeitweilig den Verband und den Ortsverein in einer schwierigen Zeit geleitet. “Als stellvertretende Landrätin, Kreisrätin, 2.Bürgermeisterin und Marktgemeinderätin hat Christel Engelhard viele Schwerpunkte in der kommunalen Arbeit gesetzt“. Weiter dankte die Abgeordnete der Geehrten, heuer die Landratsnachfolge zu einem “Dreikampf” der jetzigen Vertreter gemacht zu haben. Christel Engelhard erhofft sich, wie sie bei ihren Dankesworten hervorhob, einen fairen Wahlkampf.
Die erst seit einigen Wochen im Amt befindliche Landtagsabgeordnete Ruth Müller erwartet mehr Transparenz in der Politik und eine von den Bürgern nachvollziehbare Politik. Dazu nannte sie weitere Entscheidungen für Mieter, zur Energie-Wende und zum chronisch unterfinanzierten Gesundheitswesen sowie Antworten auf den demographischen Wandel, der sich gerade im ländlichen Raum bemerkbar mache.
Bild: Die langjährigen Mitglieder Martin Lackermeier, Josef Sehofer, Hans Wagner und Christel Engelhard ehrte die Altdorfer SPD im Beisein von Mandatsträgern