
SPD-Sommertour macht in Bubach beim Hanfbayer Halt
Bubach. (ez) „Superfood und Nachhaltigkeit“ – zwei bayerische Burschen haben eine jahrtausendalte „Wunderpflanze“ wieder zum Leben erweckt, den Hanf. Daniel Baumann und Markus Kneissl sind die „Hanfbayer“. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen „Superfood“ aus der Region anzubieten und zugleich die Umwelt und Biodiversität zu schonen und für Nachhaltigkeit zu arbeiten.
„Wir wollen Menschen in Bayern für die Vorzüge von Nutzhanf begeistern, Hanf als Nutzpflanze wieder salonfähig etablieren“, stellt Daniel Baumann seinen Gästen der SPD sein Vorhaben vor. Er sieht Hanf als Multitalent und als Wegbereiter für eine nachhaltige und ökologische Zukunft.
In Bubach wird hierzu eine Fläche von vier Hektar bewirtschaftet. Insgesamt sind es 40 Hektar, die zum Projekt „Hanfbayer“ gehören. Faszinierend vielfältig sei der Hanf. Damit könne ein gesunder Lebensstil gepflegt werden und zugleich gesunden die Böden. Rund 40000 Produktmöglichkeiten bietet der Hanf, von den Blättern, Fasern bis zum Korn hin, es kann alles verwendet werden. Ob im Bereich Arzneimittel, Kosmetika, Lebensmittel bis hin zu Dämmstoff, Streu oder auch Hanfbeton – eine schier grenzenlose Vielfalt scheint hier geboten zu sein. Die Hanfbayer selber haben vorerst mit weiteren Partnern die Verarbeitung des Korns und der Blätter in Angriff genommen. In weiteren Schritten will man an der Verarbeitung von Hanfstroh forschen und diese Möglichkeiten austesten. „Wir verfolgen eine gute Idee, besitzen den Willen etwas in der Welt zu verändern und haben die Leidenschaft uns für die Natur einzusetzen.“
Und passend zum Namen „Hanfbayer“ sind auch die Produkte typisch bayerisch benannt. „Sündig“ ist der passende Name für die kandierten Hanfsamen, die wahrlich zum Naschen nur so verlocken. Aber auch „Kernig“, „G´miatlich“, „Kräftig“ oder „G´schmeidig“ sind im Angebot. So könne jeder in Form von Tee, Öl oder Hanfsaat seinen Proteinhaushalt „aufpushen“ und seinem Körper Gutes tun. „Bei uns wächst der Hanf direkt in Deiner Region und wird in streng kontrolliertem Anbau produziert, um beste Qualität und Rückverfolgbarkeit gewährleisten zu können“ erzählt er weiter. Geschmacklich lässt sich Hanf als „nussig“ beschreiben, der Tee ähnelt dem grünen Tee.
Auf den Feldern steht neben dem Hanf, der übrigens bis zu 3,5 Meter hoch werden kann, auch eine Kleesaat. Dies habe den Vorteil, dass die Fläche auch nach der Ernte gleich bewachsen ist. Neben dem gesunden Aspekt für den menschlichen Körper bringt die Hanfpflanze auch einen erheblich positiven Effekt für die Umwelt. Die Flächen sind Lebensraum und Unterschlupf von Wildtieren, Bienen und Insekten. Außerdem wird mit den bis zu drei Metern langen Wurzeln der Boden gut durchwachsen und vitalisiert ihn nachhaltig. Hanf ist zudem ein kohlenstoffnegatives Material. Es entfernt also während des Wachstums mehr CO2 aus der Atmosphäre, als er durch Verarbeitung und spätere Nutzung wieder freisetzt. Bis zu sechs Tonnen CO2 können pro Jahr und Hektar gespeichert werden. Nachdem der Hanf bis zu zehn Zentimeter pro Tag wächst, wird für eine schnelle und gleichmäßige gründe Bedeckung gesorgt. Damit hat Unkraut keine Chance und das Hanffeld ist ein „chemiefreies und störungsfreies Paradies“. Damit birgt er zukünftig ein riesiges Potential für eine sauberere Umwelt.
Auf ihrer dreitägigen Sommertour waren die parlamentarische Staatssekretärin MdB Rita Hagl-Kehl, die beiden Landtagsabgeordneten Ruth Müller und Christian Flisek in Bubach zu Gast und begeistert von den innovativen Ideen des Gastgebers.
Außerdem war das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) mit Abteilungsleiter Michael Kreiner und Genussmanager Lukas Dillinger zu Gast. Dieser stellte das neue Projekt „Genussregion Niederbayern“ dar, für das der Hanfbayer ein Paradebeispiel sei. „Hier wurde die älteste und innovativste Kulturpflanze zu Leben erweckt“ und es passe perfekt zur Genussregion. Man wolle wieder mehr das Produkt in die Mitte der Gesellschaft bringen. „Wir verschwenden zu viel!“, beschreibt er es. Die Genussregion Niederbayern solle dabei eine Dachmarke für Niederbayerische Lebensmittel werden. Hierzu brauche es auch das passende Netzwerk. Der Hanfbayer setzt dabei auf den Online-Markt, Hofläden und auch die heimischen Läden verkaufen seine Produkte.
Rita Hagl-Kehl begrüßt diese innovativen Ideen, „es ist wichtig, die Wertschöpfung in der Region zu halten, heimatverbunden zu denken.“ Ruth Müller ging darauf ein, dass es das jetzige „Nischenprodukt“ richtig zu präsentieren gilt und die Menschen herangeführt werden müssen. „Es ist ja quasi Live-Style heutzutage“, bringt es Christian Flisek auf den Punkt. Natürlichkeit, nicht gentechnisch verändert und dazu nach in der Heimat gewachsen, „einfach nur nachahmungswürdig“. Schrittweise sollen die Menschen gesündere Gewohnheiten annehmen und dabei wolle die Genussregion Niederbayern helfen. Man ist aktuell noch im Aufbau, man schafft die Marke, will Wertschöpfung betreiben und die Wertschätzung hervorheben. Bayernweit ist es das Pilotprojekt in dieser Sache, man sieht die Fenster in der Gesellschaft dafür offen und will gemäß dem Motto „regional, transparent, bewusster“ durchstarten. Neue Wege braucht es hierzu und von Seiten der Politik wolle man sich einsetzen, dass diese Wege gefördert und unterstützt werden, versicherten die Gäste zum Abschluss.
Text: Dingolfinger Anzeiger, Bild: Bürgerbüro Ruth Müller