SPD Adlkofen

Imkerempfang in Altdorf: Fachlicher Austausch und deutliche Warnungen vor der Vespa velutina

Veröffentlicht am 28.11.2025 in Landwirtschaft & Forsten

Altdorf - Rund 90 Imkerinnen, Imker und Naturschützerinnen kamen am Donnerstagabend im Bürgersaal Altdorf zum Imkerempfang der BayernSPD-Landtagsfraktion zusammen. Landtagsabgeordnete Ruth Müller betonte zum Auftakt die Bedeutung des persönlichen Austauschs. „Politik lebt vom Zuhören. Die Gespräche mit der Imkerschaft liefern mir seit Jahren wertvolle Anregungen für die Arbeit im Landtag“, sagte sie. Online-Formate seien hilfreich, „aber kein Ersatz für Begegnungen vor Ort“.

Die amtierende Honigprinzessin Anja Bürzer würdigte das Engagement der Imkerinnen und Imker. „Ich möchte zeigen, wie viel Arbeit und Leidenschaft im Honig steckt. Vor einem Fachpublikum möchte ich vor allem Danke sagen – für ein Ehrenamt, das das ganze Jahr über Verantwortung bedeutet.“

Bürgermeister Sebastian Stanglmeier begrüßte die Gäste im Namen des Marktes Altdorf und hob kommunale Naturschutzmaßnahmen hervor. „Wir pflegen unsere Grünflächen so, dass die Natur profitieren kann. Kommunen haben beim Artenschutz eine zentrale Rolle“, erklärte er. Auch die Umwandlung von Schotterflächen in Blühbereiche sowie Projekte wie der Waldkindergarten seien wichtige Bausteine.

Unter den Gästen war auch Barthl Frey, Vorsitzender des Imkervereins Landshut und Umgebung. „Als Imker müssen wir uns jetzt schon an die veränderten Witterungs- und Klimabedingungen anpassen. Wir beobachten aktuell große Veränderungen im Blühverhalten der Vegetation, für die Insekten ist das eine großer Herausforderung“.

Im fachlichen Teil warnte der Präsident des Bayerischen Imkerverbands, Stefan Spiegl, eindringlich vor der Ausbreitung der asiatischen Hornisse. „Die Vespa velutina frisst bis zu 80 Prozent der Honigbienen. In Baden-Württemberg gibt es mehr als 2.500 Nester – das wird auch uns bald stärker betreffen“, sagte Spiegl. Die neue EU-Kennzeichnungspflicht für Honig bezeichnete er als „wichtigen Erfolg“, da künftig klar erkennbar sei, wie Produkte gemischt würden. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass Honig „das drittmeist gefälschte Lebensmittel“ sei und neue Methoden zur Authentizitätsprüfung dringend gebraucht würden.

In ihren politischen Ausführungen ging Müller auf Artenschutz und aktuelle Initiativen ein. „Wir müssen Imkerei, Landwirtschaft und Klimaschutz zusammendenken“, sagte sie. Der Klimawandel begünstige Schädlinge wie die Vespa velutina und bringe Bienenvölker zunehmend unter Druck. Auch beim Ökolandbau bestehe Handlungsbedarf: „Mit derzeit 14 Prozent stehen wir noch weit vom im Volksbegehren „Rettet die Bienen“ definierten Ziel 30 Prozent bis 2030 entfernt.“ Umso wichtiger sei es, dass der Landkreis Landshut auch weiterhin Ökomodellregion sei.

Dr. Stefan Berg, langjähriger Leiter des Instituts für Bienenkunde und Imkerei in Veitshöchheim, stellte neue Forschungsergebnisse vor. „Bienen sind anpassungsfähig, aber irgendwann stoßen sie an Grenzen“, erklärte er. Moderne Monitoringmethoden wie digitale Bienenstockwaagen oder das TrachtNet seien wichtige Werkzeuge, um klimabedingte Veränderungen früh zu erkennen. Für ihn und die imkereipolitische Sprecherin Ruth Müller war es die letzte einer langen Reihe von Veranstaltungen, die die beiden in den letzten zwölf Jahren gemeinsam in ganz Bayern durchgeführt haben: Denn Dr. Berg verabschiedete sich an seinem vorletzten Arbeitstag in den Ruhestand. „Umso schöner, dass wir diesen Imkerempfang sozusagen „bei mir zuhause“ durchführen konnten“, bedankte sich Ruth Müller bei ihm für die langjährige Zusammenarbeit.

Zum Abschluss dankte Hans Wagner, Vorsitzender der SPD Altdorf, den Gästen für ihre großzügigen Spenden zugunsten einer sozialen Einrichtung im Ort. Er zog ein positives Fazit des Abends und betonte, wie viel er auch – als Nicht-Imker dazu gelernt habe und unterstrich das Plädoyer der Vorredner, den Honig beim regionalen Imker zu kaufen. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass es – wie am Landtag durch Ruth Müller initiiert – künftig auch am neuen Landratsamt Platz für ein Bienenvolk geben könnte.

Homepage Ruth Müller