
Zum 21. Mal fand das Hoffest der Familie Wimmer in Steinbach statt - am Samstag wurde es mit einem Gottesdienst eröffnet und die Landtagsabgeordnete Ruth Müller umriss in ihrem Grußwort die Lage der bayerischen Landwirtschaft

Zum 21. Mal fand das Hoffest der Familie Wimmer in Steinbach statt - am Samstag wurde es mit einem Gottesdienst eröffnet und die Landtagsabgeordnete Ruth Müller umriss in ihrem Grußwort die Lage der bayerischen Landwirtschaft
"Das Gäubodenvolksfest ist vorbei und das Karpfhamer Fest hat noch nicht begonnen", so MdL Ruth Müller. Da passe das Hoffest der Familie Wimmer sehr gut, da die Landwirte aus der Region so die Gelegenheit hätten, sich auszutauschen und zu informieren.
Neben den großen Problemen der Landwirte, die die dpa erst diese Woche meldete "Russland-Embargo, Milchmarktkrise, Flächenverbrauch und Nachwuchssorgen" seien in diesem Jahr noch die große Trockenheit und die sinkenden Preise hinzugekommen.
Die Schweinepreise sinken, auch das liegt zum Teil an den fehlenden Absatzmärkten in Russland, gerade dorthin konnten die fetten Teilstücke exportiert werden, die bei uns nicht mehr verkauft werden können. Wir haben in unserer letzten Sitzung vor der Sommerpause im Agrarausschuss dazu einen Bericht erhalten. Europaweit wurden im ersten Quartal 307 Millionen Kilogramm Schweinefleisch mehr geschlachtet. Wir wollen hier auch bei den Schlachtbetrieben wieder ein größeres Augenmerk auf die Regionalität legen. Gleichzeitig müssen wir aber auch darüber diskutieren, ob angesichts dieser Überproduktion eine Stallbauförderung überhaupt noch sinnvoll ist.
Erschwerend kommt in diesem Jahr für unsere Landwirte natürlich die wochenlange Trockenheit hinzu. Für unsere Hopfenbauern war das Frühjahr zu kalt und zu naß, dann kamen Hagelschäden hinzu und gerade in der Phase, in der der Hopfen Wasser benötigt hätte, regnete es wochenlang überhaupt nicht mehr. Ähnlich schlimm sieht es beim Maisanbau aus – jeder der mit offenen Augen durch die Landschaft fährt, kann die vertrockneten Pflanzen sehen, die ihre Kolben nicht ausbilden konnten. Der Bauernverband in Rheinland-Pfalz rechnet beim Mais mit Ernteeinbußen von bis zu 40 Prozent, in Bayern wird die Lage ähnlich sein.
Und nachdem wir auf dem Wimmer-Hof auch auf dem Hof sind, von dem aus die letzten zwei Jahre die bayerische Waldkönigin Isabella regierte, möchte ich auch noch kurz auf die Wälder zu sprechen kommen.
Auch hier macht sich der Regenmangel bemerkbar.
Der trockene Sommer steigert die Gefahr von Borkenkäferbefall, was dazu führen wird, dass die Waldbauern schnell reagieren müssen, damit sich der Schädling nicht noch weiter ausbreiten kann. Dies alles wird zu einem vermehrten Einschlag führen, der die Preise noch stärker unter Druck setzen wird. Bereits jetzt hat der Holzpreis für Frischholz über 20 Prozent gegenüber 2014 nachgelassen.
Alles in allem ist die derzeitige Lage für unsere Landwirte nicht rosig. Sinkende Preise, die langanhaltende Dürre und die geringe Akzeptanz der Landwirtschaft in der Bevölkerung. Vielen Menschen ist nicht mehr bewußt, dass die Bauern und Bäuerinnen mit ihrer täglichen Arbeit unsere Lebensmittel produzieren. Natürlich tragen schwarze Schafe dazu bei, das Image der Landwirtschaft zu beschädigen. In Niederbayern ist ein Eier-Großbetrieb wochenlang – auch zu Recht – in den Schlagzeilen gewesen.
Deshalb sind Hoffeste und „Tage der offenen Stalltür“ zwar für die Landwirtsfamilien immer mit viel Arbeit verbunden. Aber sie eröffnen den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die Abläufe der Landwirtschaft, bieten Transparenz und schaffen so die Vertrauensbasis für den Weg vom Erzeuger zum Verbraucher. Denn am Ende hat es auch der Verbraucher in der Hand, ob der Landwirt von seiner Hände Arbeit leben kann.
Homepage Ruth Müller