
Politischer Frühschoppen der SPD mit Florian Pronold und Jörg Vogelsänger

Politischer Frühschoppen der SPD mit Florian Pronold und Jörg Vogelsänger
Brisante Themen wurden angesprochen beim politischen Frühschoppen des Pfaffenberger Volksfestes. Die Organisation oblag dieses Jahr dem SPD-Ortsverein Mallersdorf-Pfaffenberg, der mit seinem Ortsvorsitzenden Martin Kreutz alles bestens vorbereitet hatte. Viele politisch Interessierte waren der Einladung gefolgt und wollten es nicht versäumen, Staatssekretär Florian Pronold und als Gastredner den Brandenburger Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger vor Ort zu hören.
Vielen Ehrengästen aus der örtlichen und überörtlichen Politik galt der Willkommensgruß von Martin Kreutz, nachdem eine Abordnung der Blaskapelle „Hofdorfer Buam“ den hohen Besuch schneidig ins Festzelt hereingespielt hatte.
Ans Rednerpult trat Staatssekretär Florian Pronold, der den Erfolg des Landes Bayern dem Zusammenstehen des ländlichen Raumes mit der Industrie zugute schrieb. Auf das Thema Fracking eingehend, warnte der Redner, Wasser sei unser wichtigstes Gut und es gelte, alles dafür zu tun, um dieses zu schützen. Man wolle auch weiterhin gutes bayerisches Bier genießen, wurde in diesem Zusammenhang im Hinblick auf die gute Bierqualität hierzulande festgestellt. Die Städtebauförderung gehe mit fünfzig Prozent in den ländlichen Raum mit dem Ziel, die Heimat noch liebenswerter und lebenswerter zu gestalten. Dafür sicherte der Staatssekretär Unterstützung mit aller Kraft zu.
Europa als Garant für Frieden und Freiheit
Mit Sorge schaue man auf die Dinge, die derzeit um uns herum passierten – damit widmete sich Pronold dem Thema Europa. Dieses sei stets ein Garant für Frieden und Freiheit gewesen und solle es bleiben, auch wenn Krisenherde rund um Europa viele Menschen bedrückten. An den Politikern liege es, Antworten zu geben und die Sicherheit und den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken, so die Forderung, der die Sozialdemokraten gerecht würden. Nach Meinung des Redners dürfe man sich von der Türkei nicht erpressen lassen. Er verurteilte den Umgang mit den Menschenrechten in diesem Land. Auf keinen Fall dürfe man die Gespräche abreißen lassen, denn mit der Türkei als Partner gehe auch mehr Sicherheit einher, sagte Pronold und schränkte ein: dies könne allerdings nicht um jeden Preis der Fall sein. Wie wichtig die Gemeinsamkeit sei, zeige das Beispiel Großbritannien, das mit seinem Austritt wohl auf eine Wirtschaftskrise zusteuere. Pronold sah es als wichtige Aufgabe der Sozialdemokratie, ein Europa für die Menschen zu schaffen und nicht für die Konzerne. Dafür kämpfe man.
Zur Außenpolitik sagte der Staatssekretär, es sei besser, fünfzig mal zu reden als einmal zu schießen. Im Hinblick auf die Herausforderung vor 25 Jahren durch die Aufnahme vieler Flüchtlinge damals sagte Pronold, man habe das Problem bewältigen können. Auch dieses mal werde man damit fertig werden, wenn alles getan werde, um gleiches Recht für alle zu erreichen. Dies bezeichnete er als Motto der Sozialdemokraten, die sich dafür einsetzten. Als Beispiel nannte er bezahlbaren Wohnraum für alle – sei es nun für eine alleinerziehende Mutter oder eine Flüchtlingsfamilie. Für mehr Sicherheit sah der Redner mehr Stellen bei der Polizei für notwendig, denn die Polizei könne nicht durch die Bundeswehr ersetzt werden.
Im Hinblick auf die Entwicklungen in der Weltpolitik sei man gefordert, die Demokratie zu verteidigen und auch gemeinsam dafür zu arbeiten, sagte der Redner abschließend und erhielt dafür Zustimmung und viel Beifall.
Mehr Geld für Hochwasserschutz
Als Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger ans Rednerpult trat, sagte er schmunzelnd, er schätze die Toleranz der Bayern, hier als „Preuße“ zu Worte kommen zu dürfen. Er bestätigte, das Land Bayern sei aufgrund seiner Lebensqualität eine Reise wert. Die Politik setze sich für einen sachgerechten Umgang der Landwirte mit den Tieren ein, versicherte der Minister im Hinblick auf den hohen Fleischkonsum. Das Thema Hochwasser sprach er an mit der Forderung, höhere finanzielle Zuwendungen für Maßnahmen, die einer höheren Sicherheit der Menschen zugutekämen, zur Verfügung zu stellen.
aus: Allgemeine Laberzeitung vom 08.08.2016
Homepage Ruth Müller