
Unterstützer-Trio hilft bei der Ausgabe in der Rottenburger Tafel
In Bayern werden jedes Jahr rund 40.000 Tonnen Lebensmittel vor dem Wegwerfen durch die „Tafeln“ gerettet und damit wird Bedürftigen geholfen und gleichzeitig die Umwelt geschont. Die Landtagsabgeordnete Ruth Müller (SPD), die im Landwirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags auch für den Bereich „Lebensmittelverschwendung“ zuständig ist, wollte sich ein Bild von der Arbeit der Rottenburger Tafel am ehemaligen Kasernengelände machen und half vergangene Woche gemeinsam mit Stadträtin Mathilde Haindl (CWSU) und Dr. Marlene Gruber vom Wasserzweckverband Rottenburger Gruppe bei der Ausgabe der Lebensmittel mit. Wegen Corona war die Tafel im März und April sechs Wochen geschlossen und nicht nur die Tafel-Kunden waren froh, dass wieder geöffnet wurde, berichtete die Leiterin der Tafel, Gerti Weinzierl, die zusammen mit 35 ehrenamtlichen Helferinnen jede Woche dafür sorgt, dass die Körbe und Taschen am Donnerstagnachmittag nicht leer bleiben.
„Auch der Lebensmitteleinzelhandel war froh, dass wir wieder offen haben und übrig gebliebene Ware einsammeln und weitergeben“, so Weinzierl. „Vieles ist zu gut für die Tonne“, weiß auch Ruth Müller aus ihrer Tätigkeit im Bayerischen Landtag. Saisonware hat keinen Platz mehr im Regal, Fehldrucke auf Kartons sind im Laden unverkäuflich und da die Kunden die volle Auswahl bis zum Ladenschluss wünschen, bleibt am Ende des Tages noch manches übrig. Über die Tafeln werden qualitativ einwandfreie Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an bedürftige Menschen verteilt. Wie die Ausgabe nun unter Hygiene-Standards funktioniert und welche Mengen über den Ladentisch wandern, davon konnten sich die drei Helferinnen am Donnerstag ein Bild machen. Seit zehn Jahren werden Bedürfte aus Rottenburg, Pfeffenhausen, Weihmichl, Obersüßbach, Rohr und Hohenthann mit Lebensmitteln versorgt. Am Donnerstag konnten für 71 Familien Lebensmittel-Tüten gepackt werden und damit große Mengen an Backwaren, Molkerei-Produkten, Wurst, Obst und Gemüse weitervermittelt werden. Um bei der Tafel „einkaufen“ zu dürfen, benötigt man einen Berechtigungsschein, der an Personen mit ausgewiesener Bedürftigkeit vergeben wird, wie beispielsweise Arbeitslosengeld-II-Empfänger, Rentner mit niedrigen Renten oder Alleinerziehende mit geringem Einkommen. „Niemand muss sich schämen, zur Tafel zu gehen“, so Gerti Weinzierl. Um Menschen zu helfen und Lebensmittel zu retten, gibt es dieses Angebot der Diakonie seit über 10 Jahren in Rottenburg.