SPD Adlkofen

Gegen das Vergessen und für Zivilcourage

Veröffentlicht am 04.05.2018 in Wahlkreis

Bild und Text: Rottenburger Anzeiger vom 4.5.18 - K.-H. Bienert

Wanderausstellung der Weiße Rose Stiftung an der Grund- und Mittelschule zu Gast

 

Pfeffenhausen: Auf Initiative von SPD-Landtagsabgeordneter Ruth Müller machte eine Wanderausstellung der Weiße Rose Stiftung an der Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen Station. Die Weiße Rose ist eine der bekanntesten deutschen Widerstandsgruppen gegen den Nationalsozialismus.

Die Feier zur Eröffnung der Ausstellung begann mit dem Lied: „One Moment In Time“ von Selina und Julia Nitzl (Orgel und Querflöte). Dann sprach die Schulleiterin Gabriele Lechner. „Wer von uns hier kann von sich sagen, er hätte ebenfalls diesen Mut aufgebracht sich gegen ein diktatorisches Regime zu erheben? Immer mit der Angst, dafür mit seinem Leben bezahlen zu müssen?“, fragte sie. Und schob die Antwort nach: „Ich bezweifle, dass ich diesen Mut gehabt hätte. Vielleicht wäre ich nicht zum braunen Schwachsinn verführt worden, aber ob ich aufgestanden wäre, den Mund aufgemacht und mein Leben riskiert hätte?“. „Was ich weiß ist, dass ich dankbar bin, in einer anderen Zeit aufgewachsen zu sein“, betonte Lechner. Und zwar in einer Zeit „in der mir niemand den Mund verbietet, mich wegsperrt oder mich gar töten will, nur weil ich eine andere Meinung habe“. Die Aula war mit kleinen, mittleren und großen weißen Rosen geschmückt. Landtagsabgeordnete Ruth Müller eröffnete sie mit einführenden Worten. Die Ausstellung findet rund zwölf Wochen nach dem 75. Todestag der drei Studenten Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst, die Mitglieder der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“ waren, statt. In diesem Jahr gebe es noch einen markanten Jahrestag, und zwar die Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes am 23. März 1933 im Reichstag und am 24. April im Bayerischen Landtag. Müller dankte der Stiftung, die seit 21 Jahren dazu beiträgt, das Wissen und das Verständnis für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus mit der Wanderausstellung zu fördern. Die „Weiße Rose“ sei zum Symbol für Freiheit, Verantwortung, Gewissen und Toleranz geworden. „Heute ist die Menschenwürde im Grundgesetz, als unantastbar definiert“. Bereits im Sommer 1942 tauchten die ersten Flugblätter in München auf, die von Hans und Sophie und Alexander Schmorell verteilt wurden. Auch in Hamburg, Stuttgart, Ulm und Saarbrücken gab es Menschen, die die Flugblätter abtippten, vervielfältigten und verteilten. Am 18. Februar 1943 warfen die Geschwister Scholl ihr sechstes Flugblatt in den Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Zum Abschluss las Konrektor Dr. Klaus Werner noch einen Abschiedsbrief von Willi Graf vor. Soviel er konnte, hat Graf selbst aus dem Gefängnis geschrieben. Den letzten Brief an seine Schwester Anneliese diktierte er dem Gefängnisgeistlichen, kurz vor der Hinrichtung. Wenber sagte: „Auch deshalb fühlen wir uns dem Programm: Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage verpflichtet, wir bemühen uns an unserer Schule nicht wegzuschauen, Courage zu zeigen, wenn Mitschüler aufgrund ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe oder aufgrund ihres Andersseins ausgespottet oder verlacht werden. Auch wir wollen im Kleinen immer wieder weitertragen, was die Mitglieder der Weißen Rose begonnen haben“.

 

Bildunterschrift: Die Ehrengäste bei der Eröffnung der Wandeausstellung der Weiße Rose Stiftung an der Grund- und Mittelschule

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