SPD –Landtagsabgeordnete Johanna Werner-Muggendorfer hatte zum 23. Mal geladen
Zum 23. Mal hatte MdL Johanna Werner-Muggendorfer zum Frauenempfang auf das Schiff „Renate“ an der Anlegestelle in Kelheim geladen. Wie im vergangenen Jahr übernahm Ruth Müller, SPD Abgeordnete aus Landshut den Part der Hauptrednerin. Die weibliche Kabarett-Truppe „Zwoaraloa“ gab dem Treffen den gewohnt witzig-unterhaltsamen Rahmen.
Auch in Zeiten des Flüchtlingsstroms und einem Europa, das auseinander driftet, dürfe Frauen- und Gleichstellungspolitik nicht aus den Augen gelassen werden, betonte die Johann Werner-Muggendorfer. Daher freute sie sich, „dass sich heuer fast 160 Frauen hier treffen.“ Allerdings müsse es noch viel mehr Frauen geben, „die sich politisch ein mischen.“
Ruth Müller belegte mit Zahlen, den derzeit schwachen Stand der Frauen in der politischen Landschaft des Freistaats: Vier Landrätinnen stehen 67 Landräten gegenüber. In den Stadträten beträgt der weibliche Anteil 32 und bei den Kreisräten gerade Mal 24,4 Prozent. Gut schaut es nur mit den Abgeordneten in Niederbayern aus, bei denen die der SPD zu 66 Prozent weiblich ist.
Den internationalen Frauentag, der für die Gastgeberin aus Neustadt auch weiterhin „so dringend notwendig ist,“ hatten sozialistische Organisationen bereits 1910 ausgerufen, 1921 wurde er auf den 8. März gelegt. Für Werner-Muggendorfer ist er auch „ein Kampftag“ und für Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann, einer der drei Männer, die an Bord weilen dürften, sowie Ruth Müller ein „Tag der immer eine große Bedeutung haben wird“.
Die SPD-Landtagsabgeordnete aus Landshut beschrieb den langen Weg, bis es der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ 1949 ins Grundgesetz geschafft hat. Sie beleuchtete die Entwicklung seit 1918 da Frauen mit ihrem Wahlrecht politisch mitmischen dürfen. „Seitdem haben wir auf einem weiteren langen Weg viel erreicht,“ betonte sie. Trotz aller Erfolge dürfe man sich jetzt jedoch nicht zurücklehnen: „Es gibt in Bayern noch viel zu tun.“
Wie Johanna Werner-Muggendorfer kritisierte auch Ruth Müller die Lohnlücke, die zwischen Frauen und Männern in Bayern 26 Prozent beträgt, und sie hob die Forderung ihrer Partei auf gleichberechtigte Arbeitszeit von 30 Stunden hervor: „Auch Männer müssen mehr in Teilzeit arbeiten dürfen.“ Wie in Schweden sei es hierzulande genauso nötig, noch mehr im Bereich der Kinderbetreuungsmöglichkeiten und beruflichen Chancengleichheit zu tun: „Wenn die stimmen, werden auch gesellschaftliche Veränderungen möglich.“ Die könnten wiederum für berufstätige und pflegende Frauen bessere Voraussetzungen schaffen und auch das Rentenniveau für Frauen anheben, das in Niederbayern bei 501 Euro im Durchschnitt liegt.
Mit deftigen Liedern unterhielt der Gruppe „Zwoaraloa“. Humorig besangen die vier überzeugten Holledauerinnen die Stärken und Schwächen von Mann und Frau, die sich vielleicht gerade deshalb gegenseitig so sehr anziehen. Es soll der letzte Auftritt der Damen sein: „Mit san jetzt schon so oid.“ Johanna Werner-Muggendorfer aber macht noch weiter mit der von ihr kreierten und so beliebten Tradition, denn auch sie weiß: „Nach über 20 Jahren Frauenempfang ist noch viel zu tun.“ Auch mehr politisches Interesse würde sich die Abgeordnete wünschen. Mit der Belastung der Frauen durch Familie und Arbeit bliebe es viel zu oft auf der Strecke.
Bildunterschrift: Gastgeberin Johanna Werner-Muggendorfer mit Hauptrednerin und MdL-Kollegin Ruth Müller und der Gruppe „Zwoaraloa“.