

Noichl betonte gegenüber ausgewählten Schülern der zehnten Klassen, sie sei vor allem daran interessiert gewesen, auf konkrete politische Entscheidungen in ihrem Umfeld Einfluss zu nehmen. Dass sie einmal im Europaparlament tätig sein wurde, konnte sie sich als junge Mutter nicht vorstellen. Schon bald sei ihr aber bewusst geworden, wie viel auf europäischer Ebene erreicht werden könne, wenn man Menschen politische Entscheidungen plausibel mache. Für sie sei es wichtig, die in der Politik oft abgehobene Sprache zu vermeiden und nachvollziehbar zu erklären. Zudem müsse man immer wieder verdeutlichen, worum es bei „Europa“ überhaupt geht: Hat die Kommission, der Rat oder das Parlament Entscheidungen getroffen ? Noichl verglich dieses Dreigestirn mit einem Schemel, der auf drei Füßen steht, ohne zu wackeln: So wolle die Europäische Union sein. Die überzeugte Europäerin Noichl bezeichnete Europa als „Versprechen“, die Zukunft friedlich und gedeihlich zu gestalten. Kritisch bewertete sie die Mitgliedsländer Ungarn und Polen, die aktiv gegen Grundideen der Europäischen Union verstießen und denen man deshalb die rote Karte zeigen müsse. Fragen der Schüler betrafen unter anderem eine Frauenquote. Sowohl Ruth Müller als auch Maria Noichl sahen diese ebenso wie etwa einen regionalen Proporz als notwendig an. Es sei wichtig, mit den heutigen Schülerinnen darüber zu diskutieren, da diese zu oft selbstverständlich davon ausgingen, dass sie später einmal die gleichen beruflichen Chancen wie ihre männlichen Mitbewerber haben werden. Abschließend führten Schüler und Ursula Schwoerer die Politikerinnen durch die Ausstellung in der Aula und erklärten ihre ganz besondere Sichtweise.
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