SPD-Abgeordnete würdigen Kaspar Sammer und Team
Eine Sommerreise im Bayerischen Wald von Landtags- und Bundestagsabgeordneten ohne den Blick über die Grenze nach Tschechien und Südböhmen ist nicht vorstellbar. Daher ist es nur folgerichtig, dass die MdL Johanna Werner-Muggendorfer, Ruth Müller und Bernhard Roos sowie MdB Rita Hagl-Kehl und Kreisrat Axel Scherzer mit Ortsvorsitzendem Gerald Werner den Geschäftsführer des Euregio Bayerischer Wald – Böhmerwald – Unterer Inn e.V. in seinen neu gebauten und sanierten Räumen besuchten. „Kaspar Sammer ist absoluter Experte in Sachen Europa, Donau-Moldau-Region und vor allem in der Zusammenarbeit der Nachbarn hüben und drüben im kleinen Grenzverkehr.“, schwärmen die Abgeordneten.
Voller Stolz konnte Sammer berichten, dass die Euregio in den bisher fünf Interreg-Förderperioden runde 300 Millionen an EU-Fördermitteln in die Grenzregion geholt hat, wo im Sinne der Völkerverständigung jeder Euro optimal angelegt sei und ab 2020 unbedingt fortgesetzt und erhöht werden müsse. MdB Rita Hagl-Kehl machte insoweit den Vorschlag, endlich europaweit die Finanztransaktionssteuer einzuführen und hieraus die unendlich wertvollen Impulse der EU in die Regionen zu tragen.
Euregio und Europe Direct hätten in Form des Sprachkompetenzzentrums Freyung-Budweis in Kooperation mit dem Goethe-Institut eine extrem notwendige Verstärkung bekommen, da beidseits der Grenze die Sprachbarriere leider nicht schwinde, sondern sogar noch anwachse. „Dieses Alarmzeichen müssen wir ernst nehmen und zumindest im Grenzgürtel vom Kindergarten bis zu den Universitäten Pflichtunterricht in Tschechisch und Deutsch als staatliche Aufgabe begreifen,“ sekundierte MdL Roos und betonte, dass dies auch eine Form der Wirtschaftsförderung bedeute, was im strukturschwachen Landkreis FRG von besonderer Bedeutung sei.
Schwierig stelle sich die Zusammenarbeit mit der Politik in Tschechien im Bereich Migration und Flüchtlingshilfe dar, was Johanna Werner-Muggendorfer und Ruth Müller sehr bedauerten. Denn hier werde die ausgestreckte Hand weggeschlagen. Solidarität sei keine Einbahnstraße.
Als weiteres gesamteuropäisches Thema wurde die Rolle der Donau-Moldau-Region andiskutiert, wobei Roos dezidiert die Meinung vertrat, dass die Kommunen mit dieser Aufgabe vom Freistaat alleingelassen werden. „ In Tschechien und Österreich sind Regierungsstellen damit betraut, Horst Seehofer sollte dies in der Staatskanzlei ansiedeln und zur Chefsache erklären!“
Nach einem Rundgang durch die Geschäftsräume der mittlerweile 20 Fachkräfte umfassenden Einrichtung samt Infostelle für interessierte Bürger und Touristen waren sich die roten Mandatsträger allesamt einig, dass Euregio Rückenwind und Auftrieb für die europäischen Werte zugleich ist und bedankten sich beeindruckt.
Bilduntertitel (EUREGIO): Euregio-Geschäftsführer Kaspar Sammer (links) empfing die Landtagsabgeordneten, Bundestagsabgeordnete sowie Vertreter des Ortsverbands und Kreisrates im neu gebauten Europahaus.