
Imkereipolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion besucht Imkerei Lanzinger in Velden
Bereits beim gemeinsamen Gespräch im Garten der Familie Lanzinger stattet die eine oder andere Biene der Landshuter Landtagsabgeordneten Ruth Müller, die gemeinsam mit Kreisrat Gerhard Babl zum Informationsaustausch gekommen war, einen Besuch ab. Josef Lanzinger hat als langjähriger Vorsitzender des Imkervereins Velden insgesamt 58 Mitglieder zu betreuen. „Die Imkerei erfreut sich wieder zunehmender Beliebtheit“, stellt der versierte Bienenfreund fest. Die meisten Neu-Imker würden durch die Förderung des „Imkern auf Probe“ an das naturverbundene Hobby herangeführt und im Anschluss von erfahrenen Imkern geschult.
Trotz der für die Jahreszeit bereits relativ hohen Temperaturen gäbe es laut Lanzinger in diesem Jahr bisher weniger Bienen, da die überwinterten Völker bis zum März aufgrund des bis dahin sehr kalten Klimas länger in ihrer Starre verharrten. Der passionierte Hobby-Imker hat nicht nur mehrere Bienenvölker, sondern züchtet auch Königinnen und misst mit einem Referenz-Volk regelmäßig das Gewicht und somit den Zustand seiner Bienen, sowie die Menge an Honig, den die fleißigen Insekten produzieren.
Lanzinger sorgt sich nach dem Verbot der Neonicotinoide um die Nahrungsquellen im Frühjahr, wenn kein Raps mehr angebaut werden kann und die Landwirte stattdessen auf Soja ausweichen würden. „Der Raps ist für uns Imker eine wichtige Pflanze für das Überleben und Vermehren der Völker“, so der Imker. Denn jeder weiß, dass im weiteren Verlauf des Jahres nur noch wenige Blühflächen vorhanden sind, da dann auf vielen Flächen nur noch Futtergetreide zu sehen ist, was den Bienen keinerlei Nahrung bietet.
Müller betont, dass ein Zusammenspiel von Politik, Landwirtschaft und Imkerei für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion von Mensch und Tier notwendig sei. Auch jeder Verbraucher, sowie Haus- und Gartenbesitzer könne zum Wohl der Bienen beitragen. Viele kleine Bausteine machen ein gutes Bienenleben aus, so Lanzinger. Jeder Einzelne habe beispielsweise die Möglichkeit, durch blühende Gärten oder Balkonpflanzen das Nahrungsangebot der Bienen zu verbessern.
Das, die Imkerei seit Jahren beherrschende, Hauptproblem sei nach wie vor die Varroa-Milbe, führt Josef Lanzinger weiter aus. Das einzig Wirksame sei bisher die Behandlung mit dem auf ätherischen Ölen basierende Thymol, welche jedoch nur bei Jungvölkern und schwacher Vermilbung anschlage. Lanzinger weiß auch, dass Ameisensäure bei den Wirtschaftsvölkern deutlich bessere Behandlungsergebnisse erzielt.
Müller berichtete dem leidenschaftlichen Imker, dass die BayernSPD-Landtagsfraktion erst in der vergangenen Woche im Bayerischen Landtag die Befreiung von der Apothekenpflicht für Oxalsäure und thymolhaltige Mittel zur Bekämpfung der Varroa-Milbe diskutiert habe. Der Antrag der SPD zur offensiven Positionierung Bayerns im Bundesrat zur Befreiung von der Apothekenpflicht wurde aber von der Mehrheitsfraktion abgelehnt. „Durch Besuche bei den Imkern vor Ort erfahre ich, welche Probleme und Sorgen die Besitzer der braun-gelben Nutztiere plagen und versuche, diese in die parlamentarische Arbeit im Landtag einfließen zu lassen“ betont die Abgeordnete.
Bildunterschrift: Ruth Müller, MdL (Mitte) besuchte mit Kreisrat Gerhard Babl (re.) Imker Josef Lanzinger in Velden