SPD Adlkofen

E-Bike-Unfälle nehmen massiv zu – Staatsregierung hat bei Radinfrastruktur keinen Überblick

Veröffentlicht am 03.06.2026 in Verkehr

Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten an die Staatsregierung ergibt alarmierende Zahlen

Die niederbayerische SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller schlägt angesichts neuer Zahlen der Staatsregierung Alarm: „Die Menschen steigen immer öfter aufs Fahrrad oder E-Bike um – aber Sicherheit und Infrastruktur halten mit dieser Entwicklung offensichtlich nicht Schritt.“

 

Aus Antworten der Staatsregierung auf aktuelle SPD-Anfragen geht hervor, dass sich die Zahl der Unfälle mit Pedelecs in Bayern innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt hat. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Fahrradunfälle insgesamt auf hohem Niveau. Besonders alarmierend sei dabei die Entwicklung bei den Verletztenzahlen. „Dass immer mehr Menschen mit dem E-Bike unterwegs sind, ist grundsätzlich eine gute Entwicklung für Klima, Gesundheit und Mobilität im ländlichen Raum. Aber wenn gleichzeitig die Unfallzahlen derart explodieren, zeigt das klar: Wir brauchen bessere und sichere Radwege, mehr Prävention und endlich eine vernünftige Infrastruktur“, so Müller.

Besonders irritiert zeigt sich die SPD-Abgeordnete darüber, dass die Staatsregierung nach eigenen Angaben nicht einmal Daten zum Ausbau von E-Ladestationen für Fahrräder erhebt. „Beim Radverkehr wird gern von Zukunftsmobilität gesprochen. Aber wer nicht einmal weiß, wo Ladeinfrastruktur entsteht, kann die Entwicklung auch nicht sinnvoll steuern.“

Auch beim Thema Fahrraddiebstahl sieht Müller dringenden Handlungsbedarf. Der entstandene Schaden in Bayern ist laut Staatsregierung von rund 17 Millionen Euro im Jahr 2020 auf zuletzt mehr als 27 Millionen Euro gestiegen. Gleichzeitig bleibt die Aufklärungsquote niedrig. „Für viele Menschen ist das Fahrrad längst kein billiges Fortbewegungsmittel mehr, sondern eine echte Investition – gerade bei hochwertigen E-Bikes. Wenn Diebstähle zunehmen und kaum aufgeklärt werden, untergräbt das auch die Akzeptanz des Radverkehrs.“ Müller fordert deshalb mehr Investitionen in sichere Radwege, bessere Abstellmöglichkeiten sowie eine stärkere Unterstützung der Kommunen beim Ausbau moderner Fahrradinfrastruktur – gerade auch im ländlichen Raum Niederbayerns. „Wer die Verkehrswende ernst meint, darf den Radverkehr nicht länger stiefmütterlich behandeln.“

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