
Der Passauer Oberbürgermeister sorgt für beste Laune beim Jahresempfang der Genossen

Der Passauer Oberbürgermeister sorgt für beste Laune beim Jahresempfang der Genossen
Ja, ich bin für die Gründung einer stadteigenen Wohnbaugesellschaft, damit Wohnen in Landshut bezahlbar bleibt.“ Dieser Satz steht auf Postkarten, die die Sozialdemokraten dieser Tage an Landshuter Haushalte verteilen. Damit wollen sie ihrem seit langem aber vergeblich geforderten Lieblingsprojekt Nachdruck verleihen. Beim Jahresempfang der SPD im Café am Isartürl stand denn auch das Thema „Bezahlbarer Wohnraum – Freiwillige Aufgabe oder Pflicht der Kommune“. Aus Sicht der Genossen gilt erwartungsgemäß Letzteres.
Mit ihrem Konzept einer Wohnbaugesellschaft, die der Stadt gehört, ist die SPD bislang regelmäßig im Stadtrat gescheitert. Da lag es nahe, einen Genossen zu holen, der davon berichten kann, dass die Idee nicht reines Wunschdenken bleiben muss, sondern erfolgreich umgesetzt werden kann. Also wurde Jürgen Dupper als Hauptredner des Empfangs eingeladen. Dupper ist nicht nur Oberbürgermeister von Passau, sondern auch Sozialdemokrat und damit automatisch Balsam für die politisch in Landshut nicht verwöhnte SPD.
Um die Stadt als Wohnraum zu verdeutlichen, nannte Dupper Schlagworte wie Lebensqualität, Infrastruktur, genügend Arbeitsplätze und kulturelle Vielfalt. „Und die Kluft zwischen Arm und Reich sollte nicht zu weit auseinandergehen.“ Da war er auch schon beim Thema Wohnbaugesellschaft und dem Satz: „Eigener Besitz ist der beste Garant für einen vernünftigen Mietpreis.“ Der liege bei der Passauer Wohnbaugesellschaft durchschnittlich bei 4,34 Euro pro Quadratmeter. Der Gesellschaft gehörten 1775 Wohnungen, die Eigenkapitalquote liege bei 60 Prozent. Inhaltlich bedeutet das: „Wir können eigene Akzente setzen und für eine gesunde Mischung im Quartier sorgen.“ Stets kämen neue Wohnungen hinzu, auch so könne man die wachsende Zahl von Flüchtlingen bewältigen. Insgesamt gehe es darum, zu vermeiden, dass aus einer Stadt „ein banales Konsumparadies, ein exklusiver Club oder gar eine feudale Oase“ werde.
Die knapp 70 Genossen, die zum Empfang gekommen waren, hörten Duppers Rede dankbar. Stadtverbandschefin und Stadträtin Anja König verstand seine Worte als Rückendeckung und sagte in Richtung der Stadtratskollegen anderer Parteien: „Landshut kann es sich nicht leisten, als einzige Stadt mit vergleichbarer Größenordnung keine städtische Wohnungsbaugesellschaft zu haben.“ SPD-Stadtratsfraktionschef Robert Gewies erinnerte an die Historie – solch eine Gesellschaft forderten die Sozialdemokraten seit 40 Jahren – und er forderte, rasch zu handeln: „Jetzt haben wir eine sensationell niedrige Zinslage.“ Und deshalb rief die stellvertretende Parteivorsitzende Patricia Steinberger dazu auf, sich an der Postkartenaktion zugunsten einer Wohnbaugesellschaft zu beteiligen.
Der Pfeffenhausener Landtagsabgeordneten Ruth Müller blieb der Part, die Arbeit der SPD in Sachen Mietpreisbremse zu loben. Nur der Hartnäckigkeit ihrer Partei sei es zu verdanken, dass die Bremse nun auch in Landshut greife.
Text: Siegfried Rüdenauer, Landshuter Zeitung
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