SPD Adlkofen

Drei Hektar für die Artenvielfalt

Veröffentlicht am 27.08.2018 in Allgemein

Das Wetter hatte die Planungen des SPD-Kreisverbands etwas durcheinander gewirbelt: Der erste größere Regen nach vielen Sonnentagen traf am Donnerstagabend auch dieGemeinde Buch am Buchrain. Somit konnte die Veranstaltung, die ursprünglich mit Picknick direkt an einer Blühwiese gedacht war, nicht wie geplant stattfinden. Dennoch machten sich gut20 Interessierte an die Besichtigung einer großen Wildblumenwiese – ausgestattet mit Regenjacken und Schirmen.

Der Schutz der Artenvielfalt ist in aller Munde. Bienen und andere Insekten finden häufig nicht mehr genug Nahrung und Lebensräume in der Natur. Als Lösungsansatz werden immer öfter Blühwiesen angelegt. Seit vorigem Jahr gibt es eine solche auch im Buch. Die Wiese gehört der Familie des SPDKreisvorsitzenden Martin Kern.

Sein Mann Andreas sowie Schwiegervater Johann haben einen Teil ihres Grundstücks neben dem Wald in Mitterbuch bepflanzt – auf drei Hektar. „So große, zusammenhängende Blühwiesen sieht man bei uns selten“, sagte Martin Kern. 35 verschiedene Pflanzenarten waren in der Saatmischung, die 2017 und heuer ausgebracht wurde.

Die bunte Wiese begeisterte die Gäste trotz des Regens. Schon von Weitem erkennt man die gelben Sonnenblumen, aber auch Spitzwegerich, weißer Buchweizen, rote Lichtnelken oder der blaue Natternkopf gedeihen hier. Im Herbst wird die Fläche dann ganz in Weiß mit verschiedensten Klee-Arten erstrahlen. „Das Farbenspiel wechselt immer. Alle paar Wochen verändert sich die Fläche total“, erzählte Andreas Kern. Ein Teil der Wiese sieht schon recht verblüht aus. Auch das ist laut dem Landwirt als Lebensraum für Insekten wichtig. Johann Kern erzählte, dass er die Blumenwiese aus Interesse und für die Natur gepflanzt habe. Er gab auch ehrlich zu, dass für ihn der finanzielle Beitrag aus dem Kulturlandschaftsprogramm entscheidend gewesen sei und es teils schwierige Vorgaben gebe. SPD-Bezirkstagskandidatin Ulla Dieckmann betonte die Wichtigkeit der Honigbiene. 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen würden von ihr bestäubt. Aber auch andere gefährdete Insekten seien als Nahrungsquelle für Tiere sehr wichtig. Ebenso wie Dieckmann vertrat Landtagskandidatin Gertrud Eichinger die Meinung, „nur im Miteinander längerfristige Lösungen finden zu können“.

Politik, aber auch Landwirtschaft, Jäger und jeder einzelne Bürger spielten beim Artenschutz eine wichtige Rolle. Über das gestiegene Artenschutz-Ansehen freute sich die imkereipolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Müller. Unter anderem durch neue landwirtschaftliche Strukturen oder Arbeitsweisen seien über die Zeit viele Lebensräume der Insekten verschwunden: „In Städten finden sie oft besseres Nahrungsangebot als auf dem Land.“ Den Bienen werde nun wieder mehr Beachtung geschenkt. „Imkern ist in und in aller Munde, sogar schon in der Schule und auch bei Frauen“, freute sich Müller. Dies bestätigten einige anwesende Imker wie Raimar Dresch vom Verein Bienenfreunde Erding. Buchs Gartenbauvereinschef Walter Hipper kritisierte, dass Alleebäume aus Kostengründen eher komplett gefällt als zugeschnitten würden. Die Kerns sind mit ihrer Blühwiese zufrieden. Fünf Jahre lang soll die Wildblumenfläche bestehen. Dieckmann fragte, ob sie gut für den späteren Boden sei, wenn sie wieder zurückgeführt werde. Dies konnten weder Johann Kern noch Landwirt Michael Rappold eindeutig beantworten. Laut Rappold vermehrt sich in einer Blühwiese auch Unkraut, das man normal nicht haben möchte.

Johann Kern: „Man muss schauen, aber das ist auch das Spannende an der Sache.“  Trotz teils starken Regens besichtigten der SPD-Kreisverband und interessierte Bürger in Mitterbuch die Wildblumenfläche von Andreas und Johann Kern.

Alle Rechte vorbehalten - Muenchner Zeitungsverlag
Erdinger Anzeiger, 27.08.2018, Seite 7

Homepage Ruth Müller