SPD Adlkofen

Die Vertrauensfrage im Ernstfall

Veröffentlicht am 24.09.2018 in Gesundheit

„Ein Moment kann das ganze Leben verändern. Diese Erkenntnis wird von den meisten Menschen nur allzu gerne verdrängt. Der sogenannte Ernstfall macht uns Angst und ist nichts womit man sich gerne beschäftigt“, führte SPD-Marktgemeinderat Joachim Czichon in den Fachvortrag im Gasthaus Proske ein. Fundiertes Hintergrundwissen sei eine große Hilfe, um so ein wichtiges Thema anzugehen, deshalb führte der SPD-Ortsverein Ergolding zusammen mit der Landtagsabgeordneten Ruth Müller eine gut besuchte Veranstaltung mit dem Titel „Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Betreuungsvollmacht“ durch.

Der Abgeordnete und Fraktionskollege von Ruth Müller - Dr. Herbert Kränzlein -war zu diesem Zweck aus seinem Stimmkreis in Oberbayern angereist, um dem interessierten Publikum auf der Grundlage seiner früheren Tätigkeit als Richter und Staatsanwalt Hilfestellungen bei der Umsetzung und Planung von Vorsorgewünschen im Fall von schwerwiegenden Erkrankungen, Demenz oder etwa nach einem Unfall zu geben.

Die Betreuungsverfügung ist eine Möglichkeit der persönlichen und selbstbestimmten Vorsorge für den Fall, dass man selbst nicht mehr in der Lage ist, seine eigenen Angelegenheiten zu erledigen. „Ihr Vorteil ist, dass sie nur dann Wirkung entfaltet, wenn es tatsächlich erforderlich wird“, so der Referent Dr. Kränzlein. Bei anderen Vorsorgemöglichkeiten hingegen wie der Vorsorgevollmacht oder der Patientenverfügung ist man auf das Vertrauen gegenüber dem Bevollmächtigten angewiesen. Sie treten im Fall der Handlungsunfähigkeit sofort in Kraft und müssen nicht noch von einem Gericht bestätigt werden. Genau diese Vertrauensfrage im Ernstfall ist es aber, die viele Menschen zögern lässt, sich schriftlich festzulegen und die Entscheidungshoheit über ihr Leben in fremde Hände zu legen. „Vertrauen ist nicht justiziabel, aber der hohe Grad an Individualisierungsmöglichkeiten und die Möglichkeit, seine Wünsche jederzeit zu ändern, lässt die Vorteile in jedem Fall überwiegen“, machte Dr. Kränzlein den Zuhörern Mut, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Ruth Müller ergänzte den Abend mit Informationen aus ihrer Arbeit als Landtagsabgeordnete im Gesundheitsausschuss. Hier hat sie sich seit 2015 im Zuge der bundesweiten Debatte um das deutsche Sterbehilfegesetz ganz besonders intensiv mit allen Themen rund um das bayerische Hospiz- und Palliativangebot auseinandergesetzt. „An der Hand eines Menschen und nicht durch die Hand eines Menschen sterben, das ist die Vorgabe mit der wir Politiker den Versorgungsrahmen im bayerischen Gesundheitssystem gestalten müssen“, so Müller. „Wir brauchen mehr Hilfe am Lebensende durch professionelle Begleitung und daher möchte ich mich auch künftig im Landtag für die Schaffung von ausreichend Hospizplätzen und mehr SAPV Versorgung speziell für die ländliche Region einsetzen“, so die Landtagsabgeordnete Ruth Müller.

Zum Thema Vorsorge gibt es offizielle Unterlagen des Bayerischen Justizministeriums, die bei Interesse gerne im Bürgerbüro von Ruth Müller bestellt werden können: ruth.mueller.sk@bayernspd-landtag.de.

Dass es in Stadt und Landkreis ein gutes Beratungsnetz wie den Seniorentreff der Stadt Landshut, das Rote Kreuz, die Caritas oder die Hospizvereine gibt, darauf wies die Bezirkstagskandidatin Christine Erbinger hin.

Bildunterschrift v. li. n. re.: Philipp Buchta (SPD - OV Ergolding), Dr. Herbert Kränzlein (MdL), Joachim Czichon (Gemeinderat Ergolding), Ruth Müller (MdL), Cornelia Czichon (SPD – OV Vorsitzende Ergolding), Christine Erbinger (Gemeinderätin Hohenthann)

 

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