SPD Adlkofen

Die Idee Europas weitertragen

Veröffentlicht am 14.06.2013 in Europa

MdEP Ismail Ertug spricht an der Realschule Vilsbiburg

Europa-Abgeordneter Ismail Ertug spricht mit Realschülern und Gymnasiasten

Der Abgeordnete des Europaparlaments (MdEP) Ismail Ertug besuchte das Gymnasium und die Realschule und sprach mit den Schülern über seine Laufbahn, die Arbeit im Europäischen Parlament und seine Familie.
Klaus Herdl, Schulleiter der Realschule, skizzierte die Laufbahn des 37-jährigen Oberpfälzers Ismail Ertug:

Er sei das Kind türkischer Gastarbeiter, die 1972 nach Amberg kamen. Mit 18 Jahren nahm er die deutsche Staatsbürgerschaft an. Nach seinem Realschulabschluss machte er eine Ausbildung bei der AOK und schloss ein Studium zum Krankenkassen-Betriebswirt ab. Bei der Krankenkasse sei er bis zu seiner Wahl ins Europa-Parlament beschäftigt gewesen. Ertug sprach vor den Schülern über die Grundidee des europäischen
Einheitsgedankens: Nach dem Schrecken der beiden Weltkriege mit Millionen von Toten, Verwundeten und Vertriebenen habe man nach einem Weg des Miteinanders gesucht, so Ertug. Die neue Antwort benannte sich dann „Dialog und Verständigung“ und aus Feinden seien Partner in Europa geworden.

Ertug schilderte die Arbeitswoche eines Europa-Politikers, der von Freitag bis Sonntag in den Wahlkreisen
Niederbayern und Oberpfalz unterwegs sei und von Montag bis Donnerstag in Brüssel oder Straßburg arbeite. Die Schüler hatten Fragen vorbereitet: Ob er Angela Merkel schon getroffen habe. Nein war seine Antwort. Ob er denn schon immer Politiker werden wollte, war eine andere Frage der Schüler. Auch das verneinte er. Es seien einige Puzzlestücke gewesen, die nach und nach zur Entscheidung beitrugen, sich politisch zu engagieren. Ein bewegendes Erlebnis sei in seiner Schulzeit im Rahmen von Besinnungstagen
eine Wanderung entlang der mit Stacheldraht gesicherten deutsch-tschechischen Grenze gewesen. Daraufhin sei er der Jugendorganisation der SPD, den Jusos beigetreten. Er sei in den Amberger
Stadtrat gewählt worden und kandidierte 2009 erstmals für das Europa-Parlament. Was denn sein größter Erfolg gewesen sei, wollten die Schüler wissen. Der Oberpfälzer antwortete: unsere Tochter, die jetzt 14 Monate alt ist. Denn neben der Politik sei ihm wichtig, die Beziehungen zu Familie und Freunden zu pflegen.

Parlament verjüngt

„Hast du einen Opa, schick ihn nach Europa“ – so habe es in den 1970er Jahren häufig abwertend über das Europa-Parlament geheißen, führte Schulleiter Josef Kraus vom Maximilian-Montgelas-Gymnasium die zehnten Klassen in den thematischen Vormittag ein. Dass das Europa-Parlament seither nicht nur an Einfluss gewonnen habe, sondern auch verjüngt worden sei, sehe man an dem 37-jährigen Europa-Abgeordneten Ismail Ertug (SPD), der über die Aufgaben eines Europa-Abgeordneten informierte. Ertug stellte die verschiedenen Institutionen wie das europäische Parlament, auch „Bürgerkammer“ genannt, die Europäische Kommission und den europäischen Rat vor. Sozialkundelehrer Stefan Sailer hatte die Gymnasiasten gut auf diese praktische und informative Unterrichtsstunde vorbereitet. Und so stellten sie dem Abgeordneten, der 2009 erstmals ins Parlament gewählt worden war, interessante Fragen. Ismail Ertug schilderte auch hier den Alltag eines Politikers, der rund 40 Sitzungswochen in Straßburg oder Brüssel verbringt. An den Montagen und Freitagen besuche er häufig Schulen oder Universitäten, um die Idee Europas der jungen Generation nahe zu bringen.

Den jungen Gymnasiasten empfahl er, im Studium oder im Beruf auch einmal einen Auslandsaufenthalt
einzuplanen. „Sie werden in wenigen Jahren Personal- und Führungsverantwortung haben und
dazu gehört dann auch der Blick über den Tellerrand“. So erfahre man neue Perspektiven, erlebe andere
Sitten und Bräuche, vertiefe Sprachkenntnisse und trage dazu bei, Barrieren abzubauen. Abgesehen
davon schaffe man sich damit ein Netzwerk, auf das man dann später immer wieder zurückgreifen
könne.

Homepage Ruth Müller