Landtagsabgeordnete Ruth Müller und Bernhard Roos setzen auf Kooperation im ländlichen Raum
Landau. Die Mitglieder des Bayerischen Landtags, Ruth Müller (SPD) und Bernhard Roos (SPD) informierten sich bei einem Besuch am Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern über die personelle und finanzielle Ausstattung des Amtes und über die kommenden Herausforderungen für die Entwicklung der ländlichen Räume in Niederbayern.
Amtsleiter Roland Spiller und die beiden Gebietsabteilungsleiter Josef Reidl und Michael Kreiner gaben zunächst einen kurzen Steckbrief über die Ländliche Entwicklung in Niederbayern ab. In neun Landkreisen werden derzeit rund 150 Dorfentwicklungsmaßnahmen und Flurneuordnungen betreut. In 13 Integrierte Ländliche Entwicklungen (ILE) arbeiten rund 100 Kommunen zusammen. Spiller: „Zunehmend schwierig ist es junge Vermessungsingenieure von den Fachhochschulen nach Landau an das ALE Niederbayern zu holen. Zum Ende des Jahres sind drei Ingenieurstellen zu besetzen, selbst eine bayernweite Ausschreibung brachte hier nicht das gewünschte Ergebnis.“ Der Fachkräftemangel schlage auch hier durch. In der Integrierten Ländlichen Entwicklung arbeiten mehrere kommunale Partner, bei gleichen Kompetenzen, freiwillig zusammen um gemeinsame Interessen wahrzunehmen, die eine regionale Bedeutung haben. Spiller: „Dies setzt ein Mindestmaß an Übereinstimmung im Hinblick auf die wahrgenommenen Herausforderungen der Zukunft und eine Verständigung auf gemeinsame Ziele voraus. Die oftmals angespannte Finanzlage, die komplexer werdenden Rahmenbedingungen und die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur erfordern weiterhin die gemeinsame Suche nach Lösungen für die Daseinsvorsorge sowie für andere Planungs- und Entwicklungsbereiche.
Anerkennend äußerten sich die beiden Abgeordneten über die Möglichkeiten der Schule der Dorf- und Landentwicklung Plankstetten bei der Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die kommunalen und regionalen Entwicklungen. Als Ideenschmiede für die Entwicklung der Dörfer und der Landschaft kann die Schule mit maßgeschneiderten Veranstaltungen die lokalen Akteure einbinden und so die Eigeninitiative in der Region stärken. Auf einer bayernweiten Internetplattform www.sdl-inform.de können zu den Themen Innenentwicklung, Wirtschaft, Generationen, Nahversorgung, Landwirtschaft, Energiewende/Klima, Infrastruktur und interkommunale Zusammenarbeit zielgerichtet Informationen und Problemlösungen eingeholt werden. MdL Müller und MdL Roos waren sich einig: „Die hier präsentierten gelungenen Beispiele, kreative Ideen sowie erfolgreiche Aktivitäten für eine nachhaltige Entwicklung ländlicher Gemeinden fördern die Kreativität für eigene, in der Heimat laufende Entwicklungsprozesse.“ Neben der Präsentation des Aktionsprogramms Bayerwald und der von Staatsminister Helmut Brunner angestoßenen Initiative zu Kernwegenetzen diskutierte man noch Handlungsspielräume für eine künftige Entwicklung der ländlichen Räume. Roos: „Der Schlüssel der Zukunft liegt in der Kooperation. Nicht nur die kleinen Gemeinden sind in einer interkommunalen Zusammenarbeit gefordert aktiv ihre regionale Entwicklung anzugehen. Auch ein partnerschaftliches Miteinander von Stadt und Land kann angesichts des demographischen Wandels, der Knappheit der Ressourcen und der Energie und klimapolitischen Herausforderungen gewinnbringend für die Region sein.“ Es müssen mehr Selbstverantwortungsräume zugelassen werden, kreative Ideen ermöglicht und die „Macher“ stärker gefördert werden. Man müsse den ländlichen Regionen Handlungsautonomie gewähren, mit einer entsprechenden finanziellen Ausstattung. Zudem sei die Energiewende für die wirtschaftliche Erneuerung der ländlichen Räume zu nutzen. Roos: “Ziel müsse es sein, die Gestaltungsspielräume der Akteure in den Regionen zu erweitern.“
Abschließend trugen sich die beiden Landtagsabgeordneten, verbunden mit dem herzlichen Dank für die umfassenden Informationen und die hervorragenden Anregungen für die eigene politische Arbeit, in das Goldene Buch des ALE Niederbayern ein.