
SPD-Politiker und Gewerkschaft TRANSNET fordern von der Bahn mehr Service

SPD-Politiker und Gewerkschaft TRANSNET fordern von der Bahn mehr Service
Vilsbiburg. Wird man nach dem kommenden Sonntag, wenn der Fahrdienstleiter am Bahnhof seine letzte Schicht absolviert hat, nur noch auf einen launenhaften Automaten oder das Internet angewiesen sein, um im Mittelzentrum Vilsbiburg Produkte der Deutschen Bahn zu kaufen? Oder gibt es noch einen Menschen, den man etwas fragen kann, der eine komplizierte Fernreise zusammenstellt und das dazugehörige Ticket verkauft? Dieses Problem bewegt viele Bahnkunden, und zwar nicht nur ältere Leute, die sich mit der modernen Technik nicht mehr so recht anfreunden wollen. Um bei diesem wichtigen Anliegen die Weichen in die richtige Richtung zu stellen, trafen sich hohe Vertreter der Bahngewerkschaft TRANSNET und SPD-Politiker aus dem Landtag und der Kommunalpolitik vor Ort.
Er kämpfe sich schon seit Jahren für die Belange des Bahnverkehrs in Niederbayern, betonte der Landtagsabgeordnete Udo Egleder, und habe auch hier eine klare Position. Einerseits seien die Modernisierung der Strecke Mühldorf – Landshut, die damit verbundenen Fahrzeitverkürzungen und mehr Zugfahrten durchaus zu begrüßen. Andererseits dürfe dies aber nicht mit einem Austrocknen des Kundendienstes einhergehen. Peter Weinzierl, der für Bayern zuständige Gewerkschaftssekretär schloss sich dieser Meinung an. Die Deutsche Bahn AG gebärde sich als Wirtschaftsunternehmen und habe daher wie alle anderen Firmen eine Serviceverpflichtung für ihre Kunden. Diese Auffassung vertrete die Gewerkschaft auch sehr deutlich gegenüber den führenden Vertretern der Bahn. Zweiter Bürgermeister Johann Sacher verhielt sich gegenüber dem Wunsch, die Stadt möge die Offenhaltung des Schalters der Bahn mit einem fünfstelligen Euro-Betrag versüßen, eher zurückhaltend. Mache man hier ein Fass auf, könnten auch andere Dienstleister, etwa die Post oder die Telekom von der Kommune Geld verlangen, wenn beispielsweise ein Briefkasten oder eine Telefonzelle erhalten werden solle.
Kerstin Schanzer und Markus Schlichter nutzten die Gelegenheit, einen Blick auf das niederbayerische Schienennetz zu werfen. Modernisierungen, wie jene auf der Mühldorfer Strecke seien hier seit Jahrzehnten unterblieben. Für eine Bahnfahrt von Passau nach München müsse man beispielsweise heute mehr Zeit investieren, als noch vor 30 Jahren. Anton Bachmaier, der zusammen mit Betriebsrat Franz Pell die TRANSNET-Delegation vervollständigte, kritisierte hier sowohl die Bahn wie auch die Bayerische Staatsregierung. Diese hätten den ostbayerischen Raum schon immer als eisenbahnpolitische Diaspora betrachtet. Bezeichnend dafür sei auch das fehlende Engagement für eine fernbahntaugliche und umsteigefreie Schienenanbindung an den Flughafen München. Kreisrat Peter Barteit warf hier ein, nur die Marzlinger Spange erfülle diese Voraussetzungen. Die Landesplanerische Beurteilung gebe dieser Trassen-Alternative einen deutlichen Vorzug vor umwegigen und damit zeitraubenden Lösungen wie die Neufahrner Gegenkurve. An dieses amtliche Gutachten müssten sich auch Mitglieder der bayerischen Staatsregierung gebunden fühlen.
Bildunterschrift:
Ortstermin mit dem Ziel Erhaltung des Schalters am Bahnhof Vilsbiburg. Peter Weinzierl und MdL Udo Egleder (vorne von rechts) führten die Delegationen von TRANSNET Bayern und SPD an.
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