
MdL Ruth Müller besucht das Tierheim Passau
Der illegale Hundehandel im Internet ist ein wachsendes Problem, von dem Passauer Tierheime aufgrund ihrer Grenznähe besonders betroffen sind, so auch das Tierheim Passau in Ingling. Illegal ins Land gebrachte Welpen aus Rumänien und Bulgarien werden an der Grenzkontrollstelle auf der A3 von Fahndern abgefangen, manche von ihnen finden für eine gewisse Zeit Unterschlupf in Ingling.
„Die Hundewelpen leiden an den miserablen Bedingungen und erreichen das Tierheim mit starkem Krankheitsbefall“, erklärt Tierheimleitung Bettina Mittler den Anwesenden MdL Ruth Müller (SPD), Landtagskandidat Christian Flisek (SPD) und Bezirktagskandidat Andreas Winterer (SPD), die sich vor Ort ein Bild von der Lage machten.
„Die Tiere müssen wochenlang in Quarantäne leben, bevor sie, vorausgesetzt sie haben die bisherige Tortur überlebt, mit einem Hundepass registriert werden können“, fügt Mittler hinzu. Die derzeitige Gesetzeslage ermögliche es den Händlern, die Welpen wieder zurückzukaufen. Vom deutschen Tierarzt
gechippt und geimpft, könnten die Tiere dann hochpreisig im Internet als vermeintlich deutsche Zucht angeboten werden. Für die Händler ein lukratives Geschäft.
„Wir Tierheime haben ohnehin mit Unterbesetzung und geringen Bezügen zu kämpfen, der illegale Welpenhandel verschärft die Lage nur noch“, erklärt Mittler. Vor allem die Menschen, die Rassehunde vermeintlich günstig aus dem Internet bestellen, werden so Teil der Maschinerie.
Die Unterstützung von ungefähr 14 Euro pro Tier am Tag durch das Landratsamt Passau reicht allerdings nicht immer aus, und das Tierheim bleibt oft auf hohen Tierarztkosten sitzen. Ähnlich ist die Situation im Tierheim Wollaberg in Jandelsbrunn, im Landkreis Passau (S. 27). Für die SPD eine untragbare Situation.
Mehrere Anträge seien von der SPDLandtagsfraktion zum Thema Tierschutz Anfang des Jahres gestellt worden, „wurden allerdings von der CSUFraktion abgelehnt“, so Ruth Müller. Nach Christian Flisek ist aufgrund der Verschärfung des Problems in Passau durch die Grenznähe, nicht nur die Kommune, sondern der Freistaat Bayern verantwortlich. Das Ziel soll dabei eine Investitionszusage für das Tierheimpersonal
und die Tiere sein.
Gerda Machowetz von der Tierschutzbewegung Ostbayern e.V. beklagt zudem den Personalmangel und die
rückläufigen Zahlen bei den ehrenamtlichen Helfern. Ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr könnte nach Flisek genau da Abhilfe schaffen. Laut Ruth Müller will man weiter versuchen, die gestellten Anträge
im Landtag durchzusetzen.
Text: PNP