
SPD-Ortsverein feierte 50-jähriges Bestehen
Niederviehbach. (cg) Mit einer Reihe von Mitgliedern und Gästen aus ganz Niederbayern feierte der SPD-Ortsverein vergangen Sonntag, mit einer Festveranstaltung in der Viehbachhalle, das 50-jährige Bestehen. Gekommen waren dazu auch bekannte Politiker wie SPD-Landesvorsitzender und Parlamentarischer Staatssekretär MdB Florian Pronold, Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag MdL Markus Rinderspacher, MdL Ruth Müller, Dr. Bernd Vilsmeier, Udo Egleder und Landrat Heinrich Trapp.
Nach dem Eintrag ins Goldenen Buch der Gemeinde durch Florian Pronold und Markus Rinderspacher hielt Ortsvorsitzender Josef Retzer Rückschau auf die Entwicklung seit der Gründung des Ortsvereins im Jahr 1966. Mit Unterstützung des damaligen Dingolfinger Bürgermeisters Heinz Heininger wurde der Ortsverein mit dem Gründungsvorsitzenden Franz Wagner ins Leben gerufen. Ihm folgten Franz Unterholzner und Josef Retzer als Vorsitzende. Anhand seines eigenen Lebenslaufes zeigte Josef Retzer die Veränderungen der letzen Jahrzehnte auf. Sein größtes Thema ist die Befürchtung eines großen Klimawandels, weshalb sofortiges Handeln notwendig sei. Seine drei Wünsche für die kommenden 25 Jahre sind eine ehrliche Politik, die Wichtiges vom Drängenden unterscheide, weiter mutige Politiker, die den Leuten sagen, was notwendig ist und als Drittes eine Bevölkerung, die Notwendiges akzeptiert und mitmacht.
Mit der Sorge um den Klimawandel sei Retzer in der SPD genau richtig, so Florian Pronold in seinen Grußworten, die Partei bestehe aus vielen Menschen, die sich um die Zukunft kümmern würden. Die SPD sei immer dann stark, wenn es engagierte Mitglieder gäbe, ihr vor Ort ein Gesicht geben. Gemessen an den Wahlergebnissen im Unterbezirk habe der Ortsverein auch hohe Mitgliederzahlen. Er sei stolz darauf, dass es ihm in Berlin gelungen sei, die Mittel für die Städtebauförderung und den sozialen Wohnungsbau massiv zu erhöhen.
Die SPD sei aktuell und historisch die Kraft, die sich besonders für die Demokratie starkmache. Landtagsabgeordnete Ruth Müller aus dem Landkreis Landshut sieht viel gemeinsame Aufgaben der Region Landshut und Dingolfing, die zu den Wachstumsgebieten um die Metropolregion München zähle. Neue Zeiten erforderten immer wieder neue Antworten, die SPD stehe dabei zu Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Werte der SPD, die auch Markus Rinderspacher in seinem Festvortrag beschwor. Er befürchte aber, dass Demokratie oft als Wegwerfprodukt gesehen werde und viele mit dem Freiheitsbegriff wenig anfangen könnten, da sie für selbstverständlich erachtet werde. Auch die Solidarität sei in vielen gesellschaftlichen Bereichen verloren gegangen, so Rinderspacher.
Seit fast 125 Jahren gäbe es die SPD in Bayern. Gegründet von Arbeitern, die nicht Untertanen, sondern Staatsbürger sein wollten und für Demokratie kämpften. So gab es auch viele stolze Momente in der Parteigeschichte, wie die Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes 1933. Auch heute kämpfe die SPD für Mitsprache und mehr Demokratie. Mit der Flüchtlingskrise erlebe man in Europa die Globalisierung nicht mehr nur von der positiven Seite. Zeit sei es sich von Lebenslügen zu verabschieden, dass Bayern kein Einwanderungsland sei oder dass Integration von alleine funktioniere. Seine Sorge sei, dass die Diskussion über Bekleidungsvorschriften mit Burka und Burkini Ablenkung von den Problemen im eigenen Land sind.
Mit dem Jubiläum des Ortsvereines verbunden ist auch das Jubiläum von 50 Jahren Mitgliedschaft von Ehrenvorsitzenden Franz Wagner, der auch Träger der Georg von Vollmar-Medaille und der Willy Brandt-Medaille ist. Udo Egleder hielt dazu die Laudatio. Von viel ehrenamtlichem Einsatz, der Durchführung des ersten TSV-Volksfestes, sechs Wahlperioden als Gemeinderat oder der Tätigkeit als Geschäftsführer der SPD-Niederbayern und so manch amüsanter Anekdote konnte Egleder berichten. „Eure Saat ist aufgegangen“, beglückwünschte Landrat Heinrich Trapp den rührigen SPD-Ortsverein. Niederviehbach sei zwar klein aber oho und in vielen Bereichen federführend.
Neben aktuellen Themen wie dem Breitbandausbau und dem Bau der teuersten und besten Isarbrücke, konnte er in seiner bekannt humorvollen Art auch manch interessantes Detail aus der Vergangenheit verraten. Lob kam auch vom Kreisvorsitzenden Dr. Bernd Vilsmeier für den aktiven Ortsverein.