Text und Bild: Passauer Neue Presse, 10.4.2015 / etMdL Ruth Müller zu Besuch in Reisbach – Marktgemeinde vorgestellt
„Austausch ist wichtig, um zu wissen was vor Ort passiert und die Entscheidungen nicht aus der Theorie heraus treffen zu müssen“– Ruth Müller, die seit dieser Legislaturperiode im Bayerischen Landtag für die SPD tätig ist, ist deshalb der Einladung von Gerhard Piorek nachgekommen.
Bürgermeister Rolf-Peter Holzleitner empfing Ruth Müller sowie den SPD-Ortsvorsitzenden Gerhard Piorek, Kassierin Erika Mehner und Organisationsleiterin Hilde Friedberger im Rathaus. Ruth Müller befand, Niederbayern habe sich aus einem „Armenhaus“ zu einer Topregion Deutschlands „gemausert“ und eine beachtliche Entwicklung durchgemacht. Dabei kam der Bayernpark zur Sprache, welcher sich aus einem kleinen Wildpark zu einem Besuchermagnet in der Marktgemeinde entwickelte. Dass dadurch das Verkehrsaufkommen im Markt hoch sei, ist dabei verständlich. Doch dies soll sich durch die Fertigstellung der Umgehungsstraße in diesem Sommer erheblich verbessern. Derzeit sei bereits wieder reger Arbeitsbetrieb an der Baustelle.
Bürgermeister Rolf-Peter Holzleitner präsentierte dann die Gemeinde in Zahlen. Das Thema Demographie ist auch in Reisbach ein Thema, obwohl man mit einem Altersdurchschnitt von 42 Jahren unter dem Bayernschnitt (43,3 Jahre) beziehungsweise dem Deutschlandschnitt (45,7 Jahre) liegt. Um für junge Familien weiter attraktiv zu bleiben, wird entsprechend neues Bauland ausgewiesen. Das neue Baugebiet in Reisbach werde sehr gut angenommen und bereits über die Hälfte der Plätze ist vergeben. In Oberhausen wird in diesem Jahr ein weiteres Baugebiet entstehen. Auch die Investition von 1,7 Millionen Euro in den Bau der Kinderkrippe sowie die niedrigen Kindergartenbeiträge zeigen, dass Familien in Reisbach gut aufgehoben sind.
Die Energiewende sei ebenfalls ein großes Thema. Obwohl bereits 130 Prozent der elektrischen Energie, die die Gemeinde verbraucht, regenerativ durch Photovoltaik-, Biogasanlagen und Wasserkraftwerke erzeugt wird, möchte man hier weiter vorankommen, denn auch die Städte müssen versorgt werden.
Auch das Thema Asylbewerber kam zur Sprache. Derzeit sind in Reisbach und Oberhausen 106 überwiegend junge Männer untergebracht. Mehr junge Familien würden der Akzeptanz in der Bevölkerung gut tun. Dennoch bringen sich sehr viele Kräfte ehrenamtlich ein und geben unter anderem Deutsch-Kurse. Die Schwierigkeiten bei diesem Thema sind durchaus bekannt, und es müsse darauf geachtet werden, dass der Bürger nicht zu sehr belastet werde. Anschließend führte der Bürgermeister gemeinsam mit Sabine Roth (Hausleitung) und Margit Hobmeier (Gesamtleitung) durch die örtliche Kinderkrippe. Man sei stets bemüht den Kindern ausreichend Zeit für die Eingewöhnung entgegenzubringen, erklärte die Leiterin. Im Gesamthaus sei man auch am Schulfruchtprogramm beteiligt und werde von der Höhenberger Biokiste beliefert. Hierzu merkte MdL Ruth Müller an, dass man derzeit darum bemüht sei, dass auch die Kinderkrippen dieses Programm beantragen können. Die Fertigstellung der Außenanlagen in Laufe des Jahres sollen das Bauvorhaben abschließen, wobei die ersten Spielgeräte bereits installiert wurden.
Aufgrund ihrer Tätigkeit im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten war es der Landtagsabgeordneten wichtig, auch diesen Bereich vor Ort aktiv zu erleben. Daher fand man sich beim ersten Vorsitzenden des Imkervereins Reisbach ein. Alois Denk und eine Abordnung des Vereins teilten ihr die Sorgen der Imker mit. So seien leider nicht ausreichend Blühflächen vorhanden und auch das frühe Mähen tue das Seine. Positiv zeigte man sich über die Programm „Imkern auf Probe“ und „Jungimkern“. Dadurch konnten neue Mitglieder gewonnen werden. Leider hat sich aber die Zahl der Völker nicht vermehrt. Die Landtagsabgeordnete überzeugte sich von der guten Qualität der Arbeit im Verein und scheute sich nicht davor, ein Bienenvolk näher zu betrachten.
Auch der evangelischen Vilstalgemeinde stattete sie einen Besuch ab. Diese erstreckt sich als „langer Wurm“ durch das Vilstal und umfasst Reisbach, Marklkofen, Frontenhausen und Aham. Pfarrer Peter Neugebauer begrüßte sie dazu in der Jesuskirche in Reisbach. Die Kirche werde in Kürze 50 Jahre alt und daher seien leider Renovierungsarbeiten unumgänglich. In der Kalkulation stehen etwa 150 000 Euro zu Buche für dieses Vorhaben, wenn keine „bösen Überraschungen hervorkommen“. Zuschüsse vom Dekanat und Landeskirche wurden bereits zugesichert, doch sei man sehr auf Spenden angewiesen.