SPD Adlkofen

Auswirkungen der B15 neu für Ohu

Veröffentlicht am 11.03.2009 in Lokalpolitik

Autobahnkreuz Ohu

SPD-Ortsverein informiert zur B15neu

Ohu – Der Gastraum beim Gremmerwirt in Ohu musste zusätzlich bestuhlt werden, damit beim Informationsabend zur B15neu, der kürzlich vom SPD-Ortsverein Ohu-Ahrain organisiert wurde, alle Gäste einen Platz fanden.

Der Ortsvereinsvorsitzende Martin Hujber betonte in seiner Begrüßungsrede, dass viele Betroffene der Meinung wären, es sei ohnehin schon alles endgültig beschlossen und genehmigt. Dies entspräche seinen Ausführungen zufolge aber nicht den Tatsachen. Der größte Teil des geplanten Streckenverlaufs sei noch nicht abschließend genehmigt und somit der Zug für Korrekturen noch nicht endgültig abgefahren, so Martin Hujber.
Außerdem kündigte er an, dass sich auf Initiative des Ortsvereins Ohu-Ahrain alle SPD-Ortsvereine entlang der B15alt und neu, von Neufahrn bis Velden, zusammen mit dem SPD-Kreisverband Landshut, zu einem Wissens- und Meinungsaustausch bezüglich der aktuellen B15neu-Planungen Anfang April in Ohu treffen werden.

Zur Erläuterung des aktuellen Planungsstandes und der Auswirkungen für den Ortsteil Ohu übergab er das Wort an den Gastreferenten Fritz Wenzl, Marktgemeinderat und langjähriges Mitglied der „Bürgerinitiative gegen die B 15neu“. Fritz Wenzl erinnerte daran, dass sich der Marktgemeinderat Essenbach geschlossen gegen die aktuell geplante B 15neu-Trasse ausgesprochen habe. Da sich die Umsetzung bis zur A 92 aber wohl kaum mehr verhindern ließe, favorisiere der Marktgemeinderat zumindest die sogenannte Versatzlösung und spricht sich gegen eine Weiterführung durch Ohu mit anschließender Isarquerung aus. Die Versatzlösung sieht vor, dass der von Norden über die B 15neu herangeführte Verkehr über das geplante Autobahnkreuz bis Essenbach auf die A 92 in Fahrtrichtung Münchener Flughafen abgeleitet wird. An geeigneter Stelle zwischen Moosburg und Erding könnte der nach Süden orientierte Verkehr in Richtung A 94 wieder ausgeleitet werden, so Fritz Wenzl. Gigantische Tiefbaumaßnahmen für die geplante Untertunnelung von Straßen und Bahnlinien im Ortsbereich Ohu würden sich erübrigen. Diese würden einen massiven Eingriff in die hier vorherrschenden Grundwasserströmungen darstellen und nachhaltige Auswirkungen für die Natur, die Landwirtschaft und die Wohnbebauung in der nur etwa 50 bis 100 m entfernten Nachbarschaft zur Folge haben. Darüber hinaus würde sich die Überquerung der Isar zwischen Ohu und der Standortschießanlage Auloh erübrigen, samt Brückenbauwerk über die Isar und quer durch die schützenswerten, beiderseitigen Isarauen. Um einen kleinen Vorgeschmack auf die zu erwartende Lärmbelästigung zu geben, verwies Wenzl auf den heute bereits deutlichen Dauerlärm der bestehenden A 92-Autobahnbrücke an der Abfahrt Landshut Ost/Essenbach, die fünf Mal weiter von Ohu entfernt ist als es die Brücke zur Isarquerung sein wird. Vor diesem Hintergrund beklagte Fritz Wenzl die mangelnde Unterstützung durch die Politik, was angesichts der geschilderten Sachverhalte und Probleme zu Lasten der Region Essenbach/Ohu-Ahrain nicht nachvollziehbar sei.

Zur Erläuterung übergeordneter Fakten ergriff anschließend Alois Wiethaler, Vorsitzender der „Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der Autobahn B 15 neu“, das Wort und schilderte die zurzeit anhängigen Klagen betroffener Anwohner. So sei, laut Wiethaler, für die gesamte Trasse von Ergoldsbach bis Essenbach das Planfeststellungsverfahren noch nicht abgeschlossen, da noch Klagen betroffener Anwohner anhängig seien.
Paul Riederer, stellvertretender Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz Landshut, erläuterte den Anwesenden die Fakten und Zusammenhänge aus der Historie dieses schon Jahrzehnte währenden Projektes. Mit Verweis auf die Verkehrszählungen der letzten Jahre kommt Riederer immer wieder zum selben Ergebnis, nämlich einer maximalen Entlastung Landshuts von weniger als 25 Prozent des Durchgangsverkehrs pro Tag. Dies liege daran, dass 75 Prozent des Verkehrsaufkommens aus einem Umkreis von 15 Kilometern stamme und daher von diesen die autobahnähnliche B 15neu nicht genutzt werde. Martin Hujber schloss die Rednerrunde mit der Zusicherung, der SPD-Ortsverein werde sich aktiv dafür einsetzen politische Mandatsträger in Bund, Land und Kreis für diese besondere Problematik im Bereich Essenbach-Ohu-Isar zu sensibilisieren.

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