
Pfeffenhausen. Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus und die Techniker Krankenkasse haben ein Projekt gegen Ausgrenzung und Mobbing gestartet. Teil des Projekts „Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein!“, ist ein Anti-Mobbing-Koffer mit Unterrichtsmaterialien.
Landtagsabgeordnete Ruth Müller und Christian Bredl, Leiter der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse, statteten Rektorin Gabriele Lechner, Konrektor Dr. Klaus Werner und dem Lehrerkollegium der Grund- und Mittelschule einen Besuch ab und übergaben einen Anti-Mobbing-Koffer an Jugendsozialarbeiterin Sabine Daser.
Die Jugendsozialarbeiterin koordiniert Anti-Mobbing-Programme an der Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen. Christian Bredl erläuterte den Lehrkräften den Inhalt des Koffers. Dazu gehören ein Lehrerhandbuch, Filme, Informationen für Schüler, Lehrer und Eltern sowie verschiedene Arbeitsmaterialien. In Übungen, Rollenspielen und Gesprächen erarbeiten die Schüler, wie sie positiv und konstruktiv miteinander umgehen können. Mit dem Begrüßungslied „Freunde sind wichtig“, gesungen von der sechsten Klasse unter der Leitung von Klassleiterin Karin Dasch und beim anschließenden Gespräch konnten sich die Gäste überzeugen, dass an der Schule bereits viel Aufklärung und Bewusstseinsarbeit zur Thematik geleistet wird. Im Anti-Mobbing-Koffer befindet sich auch ein Modul „Cybermobbing“. Was früher heimlich an gehässigen Bemerkungen, Behauptungen oder Lügen hinter vorgehaltener Hand über andere Mitschüler verbreitet wurde, erfolgt heutzutage über WhatsApp und andere soziale Medien. Auch wenn in Bayern ein Handyverbot in Schulen und auf Schulhöfen besteht, werden die negativen Auswirkungen dieser neuzeitlichen Art des Mobbings, die weitestgehend daheim und in der Freizeit passieren, in die Schulen hineingetragen und beeinflussen das Klassenklima. Die verantwortlichen Eltern besitzen oft keine Vorstellungen, was ihre Kinder im Internet treiben. Da inzwischen jeder ein Smartphone besitzt und die Schüler in WhatsApp-Gruppen miteinander chatten, ist Mobbing an der Tagesordnung, so die Erfahrung der Lehrkräfte. Landtagsabgeordnete Ruth Müller, Christian Bredl und das Lehrerkollegium sind sich einig, dass das Erlernen von Kompetenzen im Umgang mit Smartphone und sozialen Medien auch im Sinne einer fächerübergreifenden Medienbildung eine wichtige präventive Maßnahme darstellt. Durch das Profil Schule-ohne-Rassismus-Schule-mit-Courage fühlt sich die Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen schon seit langem der Förderung von Zivilcourage, guten Umgangsformen und einem friedlichen und respektvollen Miteinander verpflichtet. Damit eine tragfähige Gemeinschaft in der Klasse entstehen kann, sind allerdings auch die Eltern, als erste Erziehungsverantwortliche, stark gefordert. In Kooperation mit der Polizeiinspektion Rottenburg erfolgen zudem immer wieder Vorträge, welche strafrechtlichen Konsequenzen die Verbreitung von beleidigenden Bildern und Videos hat.
Übergabe des Antimobbing-Koffers im Lehrerzimmer: Rektorin Gabriele Lechner, Landtagsabgeordnete Ruth Müller, Konrektor Dr. Klaus Werner, Leiter der Techniker Krankenkasse Bayern, Christian Bredl, und Jugendsozialarbeiterin Sabine Daser (v.l.).