SPD Adlkofen

Am Ende siegen Freiheit und Demokratie

Veröffentlicht am 12.11.2019 in Allgemein

Ausstellungseröffnung im Foyer des Krankenhauses Vilsbiburg zu „30 Jahre Mauerfall“

 

Wie gut sich das Foyer des Krankenhauses Vilsbiburg für Ausstellungseröffnungen eignet, zeigte sich am Sonntagnachmittag wieder einmal: Zahlreiche Gäste hatten sich zur Eröffnung der Ausstellung „30 Jahre Mauerfall“ eingefunden, zu der die Landshuter Landtagsabgeordnete Ruth Müller eingeladen hatte.

Auf 19 DIN-A1-Schautafeln wird die Geschichte vom Bau der Mauer bis zum Fall der Mauer dargestellt, sie wurde zusammengestellt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und ist noch bis zum ersten Advent zu den Öffnungszeiten des Krankenhauses zu sehen.

Für die Landtagsabgeordnete der SPD, Ruth Müller ist das 30jährige Jubiläum des Mauerfalls auch eng mit der eigenen politischen Biographie verbunden, ließ sie die Zuhörer am Sonntag wissen. Denn die Demokratiebewegung in der DDR politisierte auch sie und ihren Freundeskreis aus der Landjugend, so dass man sich – genau am 10. November 1989 entschloss, 1990 mit einer Liste für die Kreistagswahl anzutreten. In ihren Ausführungen erinnerte Müller aber auch an den 9. November 1938, die Reichspogromnacht, in der von den Nationalsozialisten gegen jüdische Mitbürger vorgegangen wurde und ihr Besitz zerstört wurde.

51 Jahre später fiel die Mauer, die Ost- und Westdeutschland trennte, für immer. In ihrem Grußwort erinnerte stellvertretende Landrätin Christel Engelhard an die immerwährenden „Gänsehautmomente“: „Die Szenen, die sich nur wenige Stunden nach der Pressekonferenz von Günter Schabowski (Sprecher des SED-Zentralkomitees) in Berlin abspielten, sind unvergessen. Die Grenzübergänge waren offen und alle, die Nachrichten hörten, machten sich auf den Weg, um sich mit eigenen Augen davon zu überzeugen und fielen sich lachend und weinend in die Arme.“ Sie selbst sei erst im Jahr 1988 in Berlin an der Mauer gestanden und hätte es sich nicht träumen lassen, dass diese schon ein Jahr später nicht mehr existieren könne.

Als Zeitzeuge hatte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Sibylle Entwistle Klaus-Peter Hirschleb aufgetan, der im November 1989 in Vilsbiburg angekommen ist. „Wir hatten einen Ausreiseantrag gestellt, weil wir für unsere Kinder keine Zukunft in diesem Land gesehen hatten“, so Hirschleb. Weil sie regelmäßig den Gottesdienst besucht hätten, habe man der Tochter verweigert, für das Lehramt zu studieren. „Der Staat hat überall mitgeredet und mitentschieden“, so der ehemalige Sportlehrer.

Die Menschen wollten sich diese Einmischung und Bevormundung nicht länger gefallen lassen und die Kirchen hätten den Bürgerrechtlern Unterschlupf für ihre Versammlungen gewährt. Ab September 1989 wurde in Leipzig mit Kerzen und Gebeten demonstriert, andere Städte folgten. „Das hat uns damals schon beeindruckt“, blickte Müller in ihrer Rede zurück. Dass die Menschen für etwas auf die Straße gingen, was bei uns, gar nicht weit weg von Dresden, Leipzig oder Halle, auf die Straßen gingen und für Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und die Demokratie auf die Straße gingen. Zur richtigen Zeit waren die richtigen Politiker an der Macht. Denn obwohl es Vorbehalte gegen ein großes Deutschland gab, verständigten sich die beiden deutschen Staaten zusammen mit den vier Siegermächten des 2. Weltkriegs auf die Wiedervereinigung, die in der Formel 2+4=1 zusammengefasst ist. „Von dieser Wiedervereinigung ging ein Ruck durch Europa und das Europa meiner Jugend wurde immer größer, friedlicher und freier“. Und es hat uns gelehrt, dass es sich lohnt, für die Freiheit, die Demokratie und den Frieden zu kämpfen und diese Errungenschaften nicht als selbstverständlich anzusehen.

Homepage Ruth Müller