SPD Adlkofen

Alle Jugendlichen müssen Chance auf Schulbesuch bekommen

Veröffentlicht am 16.11.2015 in Wahlkreis

Nicht alle unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge können beschult werden

Dingolfing-Landau: Im Nachgang zum Besuch der niederbayerischen SPD- Landtagsabgeordneten Johanna Werner- Muggendorfer (Kelheim), Ruth Müller (Landshut) und Bernhard Roos (Passau) an der Clearingstelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) der Rummelsberger Diakonie in Landau a. d. Isar hat sich Müller über die Situation der Berufsschulplätze bei der Staatsregierung erkundigt und hat nun die Antwort erhalten: Der Landkreis Dingolfing-Landau hatte zum 30.09.2015 insgesamt 80 unbegleitete Minderjährige (umF) in seiner Jugendhilfezuständigkeit gemeldet. Laut Auskunft des Kreisjugendamtes waren es am heutigen Donnerstag, den 12.November, aktuell 76 Jugendliche.

„Die weitere Notwendigkeit zur Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen hänge stark von der Entwicklung der Zugangszahlen und der Frage ab, wie viele umF im Zuge der schrittweisen Umsetzung der bundesweiten Verteilung ab 1. November 2015 noch von Bayern unterzubringen seien“,  so die Staatsregierung auf die Frage nach der weiteren Entwicklung der Zugangszahlen. Nach aktueller Berechnung seien vom Landkreis Dingolfing-Landau noch rund 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen.

Nach den drei Monaten in einer Inobhutnahmestelle sind die Jugendlichen berufsschulpflichtig. „Wenn sie sich ausreichend qualifizieren, sind das die Fachkräfte der Zukunft“, so Ruth Müller – entweder in ihrem Heimatland oder hier in Deutschland. Die Erfolgsaussichten sind gut: Weit mehr als zwei Drittel der jugendlichen Flüchtlinge schaffen es, nach zwei Jahren an der Berufsschule in eine Ausbildung zu wechseln.

Auf die Frage nach dem Berufsschulangebot für diesen Personenkreis erfuhr sie, dass an der Staatlichen Berufsschule Dingolfing derzeit insgesamt drei Berufsintegrationsklassen (Zwei Klassen des ersten Jahres und eine Klasse des zweiten Jahres) mit insgesamt 60 Plätzen eingerichtet sind. Davon seien alle 60 Plätze besetzt, so das Kultusministerium in seiner Antwort. „Nach Rücksprache mit dem Jugendamt stehen zum Stand 15.10.2015 insgesamt 12 unbegleitete Minderjährige auf der Warteliste“, so das Ministerium weiter.

„Wir vergeben Chancen für die Kinder und Jugendlichen – und für uns“, so Müller. Für die Jugendlichen sei es wichtig, in ihrer neuen Heimat eine Ausbildung beginnen zu können. „Nach der Kinderrechtskonvention haben die Kinder ein Recht auf Bildung“, betont Müller und zeigt sich erfreut, dass zumindest ein Deutschkurs für die „Übriggebliebenen“ organisiert werden konnte.

Ruth Müller wollte auch wissen, wie viele zusätzliche Lehrer für die zusätzlichen Schüler eingestellt wurden. Die Antwort: „Die Staatliche Berufsschule Dingolfing erhält für die Steigerung von einer Klasse im Schuljahr 2014/2015 auf derzeit drei Klassen gut 1,5 Vollzeitkapazitäten“. „Noch mehr Jugendliche in der Warteschleife wäre unverantwortlich und verlorenes Potential“, so Müller. Es gelte die Lehrerstellen und Berufsschulplätze schnell und nachhaltig auszubauen, um die noch zu erwartenden Schüler aufnehmen zu können und ihnen so Chancen zu ermöglichen.

Homepage Ruth Müller