"Mein positiver Tag" heißt eine Fotoausstellung im bayerischen Landtag, die Gemeinsamkeiten zwischen drei Männern aus München, Prag und Zürich zeigt. Alle drei sind HIV-positiv und werden mit ihren Sorgen, Gedanken und Hoffnungen porträtiert. Die Ausstellung bildet den Rahmen für die Vorstellung der Psychosozialen AIDS-Beratungsstellen aus ganz Bayern im Plenarsaal des Maximilianeums in München.
Das HIV-Netz Niederbayern mit Sitz in Passau war mit der Leiterin Doris Stankewitz vertreten und so suchten der Passauer Landtagsabgeordnete Bernhard Roos zusammen mit der Landshuter Kollegin Ruth Müller das Gespräch zu den Aufgaben und Herausforderungen vor Ort.
Müller ist Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bayerischen Landtags und informierte im Gespräch, dass der Haushaltsantrag der SPD-Landtagsfraktion für eine Erhöhung der finanziellen Mittel der AIDS-Beratungsstellen um jeweils 400.000 Euro in den Haushaltjahren 2017 und 2018 von der Mehrheitsfraktion im Haushaltsausschuss abgelehnt worden sei. Mit der Erhöhung habe man erreichen wollen, dass zum einen die Lohnkostensteigerungen ausgeglichen werden, aber andererseits auch mehr Personal für zielgruppenspezifische Prävention zur Verfügung steht. Die zehn Psychosozialen AIDS-Beratungsstellen betreuen in Bayern rund 5.000 Personen. Alleine in Passau habe man rund 50 Patienten niederbayernweit zu betreuen und komme auf rund 1.000 Kontakte jährlich, skizzierte Doris Stankewitz.
Begrüßt hätte Stankewitz auch den Haushaltsantrag der SPD-Landtagsfraktion, in den bayerischen Justizvollzugsanstalten kostenfrei und niederschwellig Kondome auszugeben, um Ansteckungsgefahren zu minimieren. Stankewitz betreut in den niederbayerischen Gefängnissen auch HIV-erkrankte Insassen. Ruth Müller, MdL machte deutlich, dass es auch wichtig sei, im medizinischen und pflegerischen Bereich Aufklärungsarbeit zu leisten. Die AIDS-Beratungsstelle Niederbayern bietet hier auch immer wieder Fortbildungen für Ärzte, Krankenpflegepersonal oder Hebammen an, um ein Bewusstsein für die Krankheit zu schaffen und der Stigmatisierung entgegenzuwirken. "Aufklärung ist nach wie vor dringend notwendig", machte Bernhard Roos deutlich. "25 Jahre nach dem Tod von Freddy Mercury gibt es erfolgreiche Behandlungsmethoden, um Leben zu verlängern und Symptome zu mildern, aber der beste Schutz ist nach wie vor "safer sex".