
Im Blick: Die Bedeutung der Berufsausbildung für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsraumes Landshut-Pfarrkirchen
Unter dem Motto „Zukunft braucht Ausbildung“ findet vom 15. bis 19. März die achte bundesweite Woche der Ausbildung der Bundesagentur für Arbeit statt. Gleichzeitig veranstaltet die Allianz für starke Berufsbildung in Bayern die bayerische Woche der Ausbildung. Gemeinsam werben alle Akteure für die duale Berufsausbildung und informieren über deren Vorteile und mögliche Karrierewege. Um diese Aktion regional zu unterstützen, besuchten MdL Ruth Müller, MdB Florian Oßner und MdL Helmut Radlmeier vergangenen Montag die Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs und die aktuelle Lage auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt waren hierbei die zentralen Themen des Arbeitsmarktgespräches
„Der Berufsausbildung kommt im Rahmen der Fachkräftesicherung eine besondere Bedeutung zu und sie ist zudem Schlüssel zur Teilhabe an der Gesellschaft“, so Eva-Maria Kelch, Leiterin der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen. Dabei sind die Chancen für ausbildungsinteressierte Jugendliche trotz Pandemie weiterhin gut. Aktuell stehen einem Ausbildungssuchenden knapp zwei Ausbildungsstellen gegenüber. Diese positive Situation für die Ausbildungsinteressierten stellt für die Betriebe jedoch ein hohes Risiko bei der Nachwuchsgewinnung dar. Deshalb gilt es, gemeinsam weitere Ausbildungspotenziale zu erschließen. Für Arbeitgeber, die ihre Ausbildungsstellen nicht mit jungen Menschen besetzen können, kann die Agentur für Arbeit Alternativen dazu aufzeigen, bisher ungelernte Arbeitskräfte oder (Wieder)Einsteiger*innen nach einer Familienphase sind gute Beispiele dafür. „Um Arbeitgeber und Ausbildungswillige zu unterstützen, bieten wir Beratung zu passgenauen Förder- und Qualifizierungsangeboten an“, so Eva-Maria Kelch.
Roswitha Ramge, die sich als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen für Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt sowie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzt, sieht durch die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen eine Möglichkeit im Kampf gegen den Fachkräftemangel. In diesem Zusammenhang wirbt sie auch für die Teilzeitausbildung. Durch die reduzierte Arbeitszeit während der Ausbildung wird jungen Eltern ermöglicht, Familie und duale Ausbildung miteinander zu vereinbaren. Damit können Unternehmen zusätzliche Potentiale erschließen und noch freie Ausbildungsplätze besetzen.
„Durch die Berufstätigkeit mit Berufsabschluss erhalten Frauen die Chance ein selbstbestimmtes, finanziell abgesichertes Leben führen zu können. Die Teilzeitausbildung bietet die Möglichkeit auch mit familiären Verpflichtungen noch in ein erfolgreiches Berufsleben zu starten. Von einer Ausbildung in Teilzeit profitieren in der Regel Auszubildende und Betriebe,“ so Ruth Müller, Landtagsabgeordnete der SPD.
Einigkeit bei den Gesprächspartnern bestand zu der hohen Bedeutung der Weiterbildung von Beschäftigten und insbesondere von Ungelernten. Der Arbeitsmarkt der Zukunft wird noch mehr als bisher eine Anpassung der beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten einfordern. „Das künftige Arbeitsmarktgeschehen wird von Faktoren wie Strukturwandel, Digitalisierung und demographischer Entwicklung geprägt. Gerade unsere Region ist durch die Branchen Luftfahrt, Tourismus und Automobilindustrie stark von der Corona-Pandemie betroffen. Der Bund hat dabei großes Interesse, diese Risiken abzufedern. Daher ist der Blick nach vorne entscheidend, um die Betriebe zukunftsfähig zu machen“, so Florian Oßner, MdB.
Die Agentur für Arbeit unterstützt Unternehmen mit der Qualifizierungsoffensive WEITER. BILDUNG! bei der betrieblichen Weiterbildung. Sie hilft Betrieben wettbewerbsfähig zu bleiben und die unternehmerischen Herausforderungen von morgen zu bewältigen. Dies beinhaltet eine individuelle Qualifizierungsberatung. Außerdem übernimmt die Agentur für Arbeit Lehrgangskosten und Zuschüsse zum Arbeitsentgelt, wenn geringqualifizierte Beschäftigte einen Berufsabschluss im Betrieb nachholen.
Besonders intensiv wurde die Arbeitsmarktsituation im Pflegebereich diskutiert. Bereits jetzt kämpfen Pflegeeinrichtungen mit der Herausforderung, ihre Stellen mit geeignetem Personal zu besetzen. Diese Situation wird sich durch die demografische Entwicklung noch verstärken. „Gerade in der Corona-Pandemie wurde die gesamtgesellschaftliche Bedeutung und Unverzichtbarkeit mehr als deutlich. Damit verbunden stiegen auch die Wertschätzung und das Image pflegender Berufe in der breiten Öffentlichkeit deutlich an. Daher müssen wir daran arbeiten, dass die Attraktivität der Pflegetätigkeit weiter gestärkt und insbesondere die Arbeitsbedingungen verbessert werden“, so Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU).
Die Corona-Pandemie stellt die Gesellschaft gerade auch in wirtschaftlicher Hinsicht aktuell vor enorme Herausforderungen. Dennoch war man sich einig, dass die Krise auch als Chance für eine Neuausrichtung und ein Umdenken genutzt werden sollte. Um diese Themen weiter voranzubringen, wurde ein regelmäßiger enger Austausch zwischen Arbeitsagentur und Politik vereinbart.